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Hodja im Orient
'Kirkegaard, Ole Lund - Hodja im Orient'

ittlerweile sind es sieben – nein, nicht auf einen Streich -, in einem Jahr. Sieben Bände sind in der Reihe „Die Bücher mit dem blauen Band“ seither im Fischer Verlag erschienen. Eines schöner als das andere und vom Inhalt her nicht festzulegen. Der Rahmen, den sich Herausgeber Tilman Spreckelsen (geb. 1964) und Autor des Bestsellers „Generation Golf“, gesteckt hat, ist weit und reicht vom Ritterroman in der modernen Bearbeitung von Felicitas Hoppe (Iwein Löwenritter), bis zum Architekturschmöker, der sich mittels Zeitreise von der Cheops Pyramide zur Münchener Allianz-Arena bewegt (Dieter Bartetzko: Türme, Paläste und Kathedralen).

Am besten lassen sich die alle in königsblauer Leine gebundenen Bücher, jedes steckt in einem individuell gestalteten Schuber, wohl mit der „Anderen Bibliothek“ bei Eichborn vergleichen – nur für Kinder eben. Aber ehrlich, auch Erwachsene freuen sich, wenn sie ein Buch zur Hand nehmen und fühlen, es wurde darauf geachtet, dass hochwertiges Papier verwendet wird. Auch das Druckbild ist gut lesbar und das blaue Lesebändchen ist selbstverständlich. Häufig sind die Bücher aufwändig illustriert oder mit Vignetten geschmückt. Schön ist auch, dass längst vergessene Klassiker hier wieder ihren Platz finden, beispielsweise die „Langerud Kinder“ von Marie Hamsun, oder „Grimpel“ von Clement Freud, der auch das Herz von J. K. Rowling erobert hat. Nicht zu vergessen der kleine Junge Hodja („Hodja im Orient) des viel zu früh verstorbenen dänischen Autors Ole Lund Kirkegaard.

Hodja ist neun Jahre und lebt mit seinen Eltern in Pjort, einem kleinen orientalischen Dorf, in dem „jeder Mann einen Fez trägt“ und die Füße am liebsten in bequeme Schnabelschuhe steckt. Und die Frauen? Ja, die sind alle verschleiert, „denn Frauen, die einen Schleier vor dem Gesicht tragen brauchen keinen Lippenstift, und keiner kann sehen, wenn ihnen ein Zahn im Mund fehlt.“ Alles hat seine Vorteile und das Leben in Pjort geht Tag für Tag seinen geregelten Gang. Einzig, der kleine Hodja langweilt sich. Als der alte Teppichhändler ihm einen wunderschönen roten Teppich schenkt, der obendrein sogar richtig fliegen kann, ist Hodja überwältigt und überglücklich. Endlich kann er sich seinen Traum erfüllen und befiehlt mutig: „Flieg in die Welt hinaus, Teppich!“

Hodja lernt schnell, dass es viel größere Städte als seine Heimat Pjort gibt, doch leider sind nicht alle Menschen, die er unterwegs trifft, ihm Wohlgesonnen. Selbst der mächtige Sultan, der schon so viele Frauen hat, bekundet an Hodjas fliegendem Teppich großes Interesse. Er bestiehlt den kleinen Jungen und wirft ihn zur Strafe ins Gefängnis, doch mit einem gewieften Trick gelingt es Hodja aus den Kerkern des Herrschers zu fliehen. Auch Neunjährige sind ganz schön schlau, vor allem, wenn sie allein auf Reisen sind. Die teilweise sehr witzigen, oft ganzseitigen schwarz-weißen Illustrationen zu Hodja hat Ole Lund Kirkegaard selbst übernommen. Schließlich weiß der Autor ganz genau, wie es bei Hodja daheim aussieht.

Wer Kinder nicht nur mit einer guten Geschichte unterhalten, sondern auch ihren Sinn für schöne Bücher wecken möchte, der sollte zu den „Büchern mit dem blauen Band“ greifen. Hier stimmen Inhalt und Äußeres perfekt zusammen. Übrigens, sie sehen im Regal alle nebeneinander aufgereiht richtig gut aus. Und logisch: man muss sie alle haben.

Kirkegaard, Ole Lund *1940-1979
Manuela Haselberger, 2008-09-28



   Kirkegaard, Ole Lund -
   Hodja im Orient
    Originaltitel: »Hodja fra Pjort«, © 1970
    Übersetzt von Senta Kapoun
    © 2008, Frankfurt, Fischer Schatzinsel, 137 S.,
    14.90 € (Hardcover)
   


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