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Ein Bild sagt mehr als tausend Worte
'Fortes, Susanna - Im Zeichen der Madonna'

anchmal dauert es ganze fünfhundert Jahre, bis ein Geheimnis gelüftet wird und die Wahrheit ans Licht kommt. Einen solchen Fall aus der Zeit der italienischen Renaissance beschreibt Susana Fortes, geb. 1959, in ihrem Roman „Im Zeichen der Madonna“ und es gelingt ihr das Kunststück, Geschichte und Kunst mit einer guten Portion Unterhaltung zu einer packenden Handlung zusammenzuführen. In Spanien hat sich die Journalistin (El Paίs) und vielfach ausgezeichnete Autorin längst einen Namen gemacht, in Deutschland gibt sie mit diesem Buch ihr glänzendes Debüt.

Die geheimnisvolle „Madonna im Schnee“

Es ist Winter in Florenz und die Stadt empfängt die spanische Kunststudentin Ana Sotomayor nicht von ihrer schönsten Seite. Ana kommt das gerade recht. Nach dem Unfalltod ihres Vaters und einer unglücklichen Liebesgeschichte, will sie sich für sechs Monate allein ihrer Doktorarbeit widmen, die sich mit dem geheimnisvollen italienischen Maler Pierpaolo Mansoni beschäftigt. Sein bedeutendstes Werk ist die „Madonna im Schnee“ und je intensiver sich Ana mit dem Leben Mansonis auseinandersetzt, - er hat zusammen mit dem jungen Leonardo da Vinci in einer Werkstätte gearbeitet, und kannte selbstverständlich auch Botticelli - umso mehr kommt sie zu dem Schluss, dass Mansoni, der im Jahre 1478 bei der Verschwörung gegen die beiden Brüder Lorenzo und Guiliano de Medici auch im Dom von Florenz anwesend war, in seinem Bild eine geheime Botschaft versteckt hat. Doch wie ist dieses Geheimnis zu entschlüsseln?

Das Florenz der Medici

Parallel zu den Nachforschungen Anas berichtet der kleine Junge Luca hautnah vom Geschehen im Jahre 1478, denn er lebt schon seit Jahren an der Seite des berühmten Malers. Er verrichtet für ihn Botengänge und geht ihm in seiner Werkstatt zur Hand. Auch er war Augenzeuge beim blutigen Aufstand, der sich zu einem grauenhaften Blutbad auswächst und von dem später nur als die „Pazzi - Verschwörung“ gesprochen werden wird. Doch wer sind die Drahtzieher hinter dem Geschehen? Ist es das florentinische Patriziat, das aus Rom Unterstützung von Papst Sixtus erhält, der den Medici nie wohlgesonnen war? Lucas Meister hat die Wahrheit das Augenlicht gekostet, doch er war noch in der Lage, einige wichtige Hinweise zu hinterlassen. Und nach fünfhundert Jahren kommt die Wahrheit über den unbekannten Besucher im Beichtstuhl im Dom von Florenz ans Licht.
„Nichts von dem, was auf der Welt geschieht, verschwindet je ganz und gar, denn immer gibt es jemanden, der nicht nur in dem Augenblick hinsieht, in dem es geschieht, sondern auch später, nach Jahrhunderten... Immer späht jemand von der anderen Seite der Wahrheit herüber, und daher ist jeder Versuch, etwas für alle Zeiten im finsteren Schacht der Vergessenheit verschwinden zu lassen, von vornherein zum Scheitern verurteilt.“

Ein Rätsel wird nach fünfhundert Jahren gelöst

Im Jahre 2004 wurden tatsächlich die Hintergründe der „Pazzi – Verschwörung“ von Marcello Simonetta, Professor an der Universität in Connecticut aufgedeckt und der Hauptverantwortliche für die Verschwörung entlarvt. Dies nahm Susana Fortes als Anstoß für ihren historischen Roman, den sie aus zwei unterschiedlichen Perspektiven schildert. Während die Studentin Ana eher nüchtern und wissenschaftlich ihre Erkenntnisse in der Gegenwart sammelt, erzählt Luca aus dem Florenz des 15. Jahrhunderts. Eine Stadt, die von den Medici beherrscht wird, in der Geheimbünde und Logen wie die Rosenkreuzer neben der Kirche an Macht gewinnen und die Malerei mit Namen wie da Vinci und Boticelli aufwartet.

„Im Zeichen der Madonna“ kombiniert neue wissenschaftliche Forschungsergebnisse mit praller historischer Unterhaltung - ein feiner Lesegenuss, der durch den aufschlussreichen Anhang, in dem die verschiedenen historischen Persönlichkeiten kurz beschrieben werden, abgerundet wird.
Manuela Haselberger, 2009-10-01



   Fortes, Susanna -
   Im Zeichen der Madonna
    Originaltitel: »Quattrocento«, © 2003
    Übersetzt von K. Schatzhauser
    © 2009, München, Limes, 384 S.,
    19.95 € (Hardcover)
   


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