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Das war ich nicht
'Magnusson, Kristof - Das war ich nicht'

ormalerweise ist die Welt der Optionen und schwankenden Aktienkurse kein Thema für die Belletristik. Doch die Finanzkrise zum Mittelpunkt eines Romanes zu wählen kann ganz schön unterhaltend sein.

Der deutsche Autor Kristof Magnusson, geb. 1976, reduziert in seinem Roman „Das war ich nicht“ die spannende Handlung auf drei Personen, die aus ihrer Sicht die Dinge schildern. Da ist zum einen der junge ehrgeizige Banker Jasper, der aus Deutschland stammt und seit einigen Jahren für eine amerikanische Bank tätig ist. Sein Geschäft, den Handel mit Optionen, kennt er von der Pike auf und nachdem er so gut wie kein Privatleben hat, ist er rund um die Uhr in der Bank. Selbstverständlich hilft er einem Kollegen aus der Patsche, der statt einer Kauf-Order eine Verkaufsorder von der Hypothekenbank „HomeStar“ platziert hat. Doch Jasper hätte nie gedacht, dass sich aus seiner Hilfsbereitschaft eine lawinenartige Maschine in Gang setzt, die nicht zu stoppen ist.

Gut, dass er in den letzten Tagen Meike aus Hamburg kennengelernt hat. Meike ist Übersetzerin und gerade in Chicago, um ihren Star-Autor Henry zu treffen, der komplett von der Bildfläche verschwunden ist. Vor Jahren hat Henry leichtsinnigerweise, nachdem er den Pulitzerpreis verliehen bekam, angekündigt, den Jahrhundertroman zu verfassen. Um ehrlich zu sein, Meike braucht ganz dringend einen neuen Übersetzer-Auftrag, denn ihr sitzen die Hypothekenzahlungen an HomeStar für ihr neues Häuschen schwer im Nacken.

Und was treibt Henry, der Dritte in der Runde? Henry befindet sich in einer tiefen Schaffenskrise, feiert gerade seinen sechzigsten Geburtstag und lernt Jasper bei einem Kaffee kennen. Henry kann sich nur allzu gut vorstellen, dass ein Manager wie Jasper ihm die nötige Inspiration für seinen längst fälligen neuen Roman geben könnte. In seiner Naivität beauftragt er Jasper mit seinen Bankgeschäften und vertraut ihm sein Vermögen in Millionenhöhe an. Ein etwas vorschneller Entschluss, denn je länger Jasper mit dem Geld der Bank jongliert, umso höher werden nach anfänglichen Gewinnen seine Verluste. Am Ende ergibt sich ein Milliarden-Loch für seine Bank und Jasper bleibt nichts weiter übrig, als blitzschnell von der Bildfläche zu verschwinden.

„Das war ich nicht“ ist ein Roman, der so klar und vor allem temporeich die Mechanismen der Finanzkrise einfängt, dass man nach der Lektüre das Buch zuklappt und sicher ist: Ich habe es jetzt verstanden.
Manuela Haselberger, 2010-03-02



   Magnusson, Kristof -
   Das war ich nicht
   
    © 2010, München, Kunstmann Verlag, 283 S.,
    19.90 € (Hardcover)
   


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