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Bookinists Buchtipp zu

Ken Follet

Brücken der Freiheit

Sein Werk "Die Brücken der Freiheit" spielt in Schottland im Jahre 1767. Die Menschen, die in den Bergwerken von Sir Georg Jamissons arbeiten, sind mit ihrem Leben unzufrieden. Es bewegt sie, trotzt der unmenschlichen Arbeitsbedingungen, Hunger und Kälte hauptsächlich ein Gedanke: Ihre Freiheit!

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Sturz der Titanen
'Follet, Ken - Sturz der Titanen'

en Follett hat wieder zugeschlagen. Nein, kein Thriller wie „Die Nadel“, und er ist auch nicht im Mittelalter geblieben, das er mit „Die Säulen der Erde“ und „Die Tore der Welt“ wunderbar ausgeleuchtet hat. Doch ganz hat er dem historischen Genre nicht abgeschworen und er bleibt monumental. Für seine neue Trilogie hat er sich das 20. Jahrhundert als Hintergrund gewählt und er beginnt gleich mit einem tausendseitigen dicken Wälzer. Zu dick? Nein, am Ende will man keine Seite missen, denn man wurde von einem Meister der Unterhaltung und einem exzellenten Kenner durch die Historie geführt.

„Sturz der Titanen“ umfasst die Zeit vor dem Beginn des ersten Weltkrieges und ungefähr zehn Jahre danach. Im englischen Wales arbeitet der männliche Teil der Familie Williams im Bergbau und der Vater ist als engagierter Gewerkschafter am Streik gegen die unmenschlichen Arbeitsbedingungen beteiligt. Die Tochter Ethel dient als Haushälterin auf dem Landsitz von Earl Fitzherbert. Sehr umsichtig führt sie den Haushalt und Ken Follett bereitet es ein besonderes Vergnügen, die Tischsitten, die Art der Mahlzeiten und die Gespräche bei Tisch eingehend zu beschreiben. Als Ethel vom Earl ein Kind erwartet, verliert sie ihren Job und muss sehen, wie sie schnell auf eigenen Füßen steht, denn ihr Vater denkt nicht daran, sie zu unterstützen. „Sie wusste nun, wie die Oberschicht lebte, wie sie speiste, wie sie sprach und sogar, wie sie dachte. Sie verstand etwas von Mode und von Kunst. Bei Gemälden und Möbeln sah sie auf den ersten Blick, aus welchem Jahrhundert und welcher Epoche sie stammen. Vor allem aber, dachte sie verbittert, hatte sie gelernt dass man der Liebe nicht trauen durfte.“

Im fernen Russland träumen die beiden ungleichen Brüder Grigori und Lew davon, nach Amerika auszuwandern. Doch als Grigori das Geld für die Überfahrt gespart hat, kommt Lew in Bedrängnis, wird wegen Mordes gesucht und Grigori tritt schweren Herzens seine Schiffspassage an den Bruder ab. Doch dieser landet keineswegs wie gedacht in Amerika, sondern geht bereits in Cardiff von Bord und wird als Streikbrecher eingesetzt.

Dies sind die kleinen, persönlichen Stränge, an denen Ken Follett die Ereignisse entwickelt, die im Großen zum Ausbruch des ersten Weltkrieges führten. Über die sehr genau ausgeleuchteten Details legt er Gespräche im Weißen Haus mit Präsident Wilson, Debatten im britischen Parlament oder auch den Sturm auf das Winterpalais. Doch niemals sind die Ereignisse, die Follett schildert, trocken und langweilig. Wer weiß schon, dass der amerikanische Präsident am Tag vor dem Ausbruch des Kriegs in aller Ruhe zum Angeln ging oder Lenin wegen seiner Mutter mit dem Rauchen aufhörte? Kleinigkeiten, die aber Geschichte lebendig und farbig machen.

Wer Spaß daran hat, sich in den Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts zu versenken, sich das Leben der Großväter und Urgroßväter noch einmal vor Augen zu führen, und sich auch darauf einlassen möchte, Geschichte „von unten“ zu betrachten und nicht immer nur vom Verhandlungstisch der Machthaber, dem kann dieser großartige historische Roman wärmstens empfohlen werden.
Manuela Haselberger, 2010-10-05



   Follet, Ken -
   Sturz der Titanen
    Originaltitel: »Fall of Giants«, © 2010
   
    © 2010, , Lübbe, 1022 S.,
    28.00 € (Hardcover)
   


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