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Bookinists Buchtipp zu

Zoran Drvenkar

Der letzte Engel

Motte, 16, ist nicht begeistert, als er auf seinem PC folgende e-Mail liest: „sorry für die schlechte nachricht aber wenn du aufwachst, wirst du tot sein wir wollen nur, dass du das weißt.“ Das kann wohl nur ein Scherz sein, doch als Motte am nächsten Morgen erwacht, schlägt sein Herz nicht mehr, er hat keinen Puls – nichts.

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D U
'Drvenkar, Zoran - DU'

ür seinen Roman „Sorry“ erhielt der Autor Zoran Drvenkar bereits den begehrten „Glauser“ und wurde damit für den besten Krimi des Jahres 2009 ausgezeichnet. Sein neues Buch mit dem kurzen, prägnanten Titel „Du“ ist noch besser und definitiv einer der außergewöhnlichsten Thriller, der dieses Jahr auf Deutsch erschienen ist. Die Preise werden deswegen in Kürze nur so purzeln, - der deutsche Krimipreis wäre dafür mehr als berechtigt, oder vielleicht einen zweiten „Glauser“? Das alles hat Drvenkar mehr als verdient, denn er beherrscht sein Metier einfach meisterhaft.

Es sind zwei Hauptstränge, die in der Geschichte mit atemberaubendem Tempo - das ganze dauert nur vier Tage - aufeinander zurasen. Ein unbekannter Serienmörder, Reisender genannt, mordet im Oktober 1997 während eines winterlichen Verkehrsstaus die Fahrer in den Autos hinter ihm und entkommt unerkannt. Im November 2003 dringt der Mann in ein Motel ein und hinterlässt ein Blutbad und drei Jahre später hat er ein ganzes Dorf auf dem Gewissen. Warum er das macht, weiß niemand, sicher ist nur, dass er in unregelmäßigen Zeitabständen zuschlägt.

Der andere Handlungsstrang beschäftigt sich mit fünf jungen Mädchen aus Berlin, die durch missliche Umstände in den Besitz einer großen Menge Heroins kommen, plötzlich mit einem toten Vater konfrontiert sind und nichts anderes wollen, als in Ruhe gelassen werden. Allerdings lockt der Wert des Heroins. Es wäre gar nicht so schlecht, wenn sie alle ein bisschen Geld hätten. Dabei übersehen sie jedoch, dass sie, als sie versuchen, die Drogen zu verkaufen, sich mit dem organisierten Verbrechen anlegen. Hier zählt ein Menschenleben wenig und es herrscht die nackte Gewalt. Auf der Flucht greifen die fünf zu jedem Strohhalm, der sich ihnen bietet, denn sie sind zwar manchmal naiv, doch keineswegs dumm und lassen sich auch nicht in Bockshorn jagen, schon gar nicht von männlichen Muskelmassen, die sie verfolgen. Am Ende ihrer Flucht sitzen sie einem Mann gegenüber, der von den Medien als Reisender bezeichnet wird.

Das Entscheidende bei „Du“ ist die Art, wie Zoran Drvenkar die Story erzählt. Er ändert ständig die Perspektive, kriecht in die Köpfe seiner Protagonisten, liest ihre Gedanken, versinkt in ihren Erinnerungen und springt im zeitlichen Ablauf vor und zurück. Immer wieder berichtet er über Ereignisse in der Zukunft, wirft sie wie mit einer Angel aus und lässt seine Personen mit halsbrecherischem Tempo agieren. Doch die Strecke, die er vorgibt, ist keineswegs schnurgerade wie eine Autobahn, da gibt es überraschende Wendungen und halsbrecherische Haarnadelkurven.

Und das ist längst nicht alles, denn Drvenkar versteht auch eine Menge von Psychologie, gibt seinen Personen glaubhafte Biographien und taucht in die unterschiedlichen Milieus ein, als ob er dort schon immer zu Hause wäre. Aus den Mosaiksteinchen, die sich aus Dialogen und Gedankenfetzen zusammensetzen, entwickelt sich ein großartiger Krimi, bei dem am Ende einer übrig bleibt: Du.
Manuela Haselberger, 2010-10-19



   Drvenkar, Zoran -
   DU
   
    © 2010, München, Ullstein, 575 S.,
    19.95 € (Hardcover)
    9.99 € (Taschenbuch)
    24.95 € (Audiobook)
    8.99 € (Kindle EBook)
   


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