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Dylan Thomas
'Heidenreich, Elke +Tom Krausz - Dylan Thomas'
Waliser. Dichter. Trinker.

it dem ersten Satz nagelt die Journalistin, Autorin und Moderatorin Elke Heidenreich den Mann fest, der sich so schwer festlegen lässt: „Das gibt es: dass einer weltberühmt ist und doch immer noch der große Unbekannte, der weltberühmte große Unbekannte – so einer ist der walisische Dichter Dylan Thomas.“ Und weil er so schwer zu fassen ist, reist Elke Heidenreich zusammen mit dem Fotografen Tom Krausz nach Wales. Die Beiden begeben sich auf die immer noch vorhandenen Spuren des genialen Lyrikers (1914-1953). Seine Gedichte entstanden in der Dorfkneipe und waren inspiriert vom Blick aus dem Fenster seines Arbeitszimmers auf das endlose Meer. Noch heute liegen dort zerknüllte Papiere auf dem Boden, seine Jacke hängt über dem Stuhl und eigentlich könnte er sofort wieder an den Tisch sitzen und schreiben.

Wer war dieser Mann, der die Beatles beeinflusste, dem Bob Dylan seinen Namen verdankt und der von sich selbst sagte: „Der Erste. Ich bin ein Waliser; Der Zweite. Ich bin ein Trinker; Der Dritte. Ich bin ein Menschenfreund, vor allem liebe ich die Frauen.“ In diesen kurzen Sätzen ist auch schon sein ganzes Verhängnis beschrieben. Die Schule bricht Dylan Thomas mit sechzehn ab, mit neunzehn heiratet er seine Freundin Caitlin und bekommt mit ihr zusammen drei Kinder. Während dieser Zeit dichtet er ununterbrochen. Allerdings lebt die kleine Familie ständig am finanziellen Abgrund. Caitlin säuft zusammen mit Dylan, sie streiten sich, sie versöhnen sich und versinken zusammen wieder im Alkohol.

Die berühmtesten Gedichte wie „Und dem Tod soll kein Reich mehr bleiben“ oder „Geh nicht gelassen in die gute Nacht“ finden sich auf Deutsch und im Original eingestreut im Text. So wechselt Elke Heidenreich neben den autobiographischen Daten zu wunderschönen Landschaftsaufnahmen und Originaltexten sowie zu Stimmen von Zeitzeugen. Sehr beeindruckend sind die Worte von Ehefrau Caitlin, die am Ende zu Wort kommt. Sie hat den Sarg von Dylan Thomas von Amerika nach Hause begleitet, als er dort nach einem Alkoholexzess ins Koma fiel und mit neunundreißig Jahren starb.

Dylan Thomas und vor allem sein Werk lässt sich nicht dicht in ein Buch packen, dazu ist dieser Mensch zu komplex und ausufernd. Elke Heidenreich wurde ihm mit ihrer Herangehensweise absolut gerecht, denn er ist nur aus der Landschaft zu verstehen, die ihn in seinem kurzen Leben geprägt hat und man muss dieser genialen Sprachkraft Platz einräumen, damit sie wirken kann, ihren Zauber entfaltet, jenseits des analytischen Verstehens. Genau dies schafft das Buch. Es kommt zu keinem Zeitpunkt das Gefühl von Enge auf. Die Gedichte sind großzügig im Original auf die Seiten verteilt, man schwelgt in den Bildern und schüttelt den Kopf über einen Mann, der ein außergewöhnliches Geschick im Umgang mit Wörtern hatte und letztlich von seiner großen Einsamkeit zerstört wurde.

( ... mit 57 schwarzweißen Abbildungen, mit 24 farbigen Abbildungen
Manuela Haselberger, 2011-03-24



   Heidenreich, Elke +Tom Krausz -
   Dylan Thomas
   
    © 2011, , Knesebeck Verlag, 164 S.,
    29.95 € (Hardcover)
   


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© 2011-03-24

by Manuela Haselberger
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