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Überman
'Tommy Jaud - Überman'

er Trubel um „Vollidiot“ Simon Peters, der es mit Glück vom T-Punkt-Verkäufer zum „Millionär“ gebracht hat, geht mit „Überman“ weiter. Und, um es gleich zu sagen, auch Simon hat mit der Finanzkrise zu kämpfen. Seit ihm sein griechischer Finanzberater bei seinen Besuchen keine leckeren Kekse mehr anbietet, schwant Simon Böses. Und seine Ahnung trügt nicht. Es ist ziemlich leicht zu verstehen, was „minus 211,2 Prozent in einem Portfolio“ bedeuten. Dazu kommt noch eine nicht unerhebliche Rückforderung des Finanzamts. Simon ist klar, jetzt ist Kreativität gefragt. An spaßigen Ideen, coolen Einfällen, immer direkt am Puls der Zeit orientiert, daran mangelt es Simon glücklicherweise nie.

Zunächst zieht er in Erwägung Jamie Oliver zu verklagen, der in seinem Kochbuch doch locker Rezepte für Menüs in dreißig Minuten anpreist, ohne auch nur zu erwähnen, dass hierfür eine Küchenmaschine notwendig ist und obendrein Einkäufe von Dingen erfordern, die es so leicht nirgendwo gibt. Oder hat schon irgendjemand „Mehl zum Bestäuben“ in Tüten gesehen? Simon jedenfalls nicht. Und die Menüs klappen vielleicht in zwanzig Stunden, aber nicht in dreißig Minuten.

Auch der nahende 21. Dezember, an dem laut Maya- Kalender die Welt untergehen soll, weckt Simons Interesse. Er schaut sich nicht nur verschiedene Bunker-Typen aus der Nähe an, er entwickelt dafür sogar eine völlig neuartige Formel, um die Angst der Anderen zum messen, kurz DADA genannt. Überzeugend wirkt der Weinkeller in Bunker-Qualität beim bevorzugten Weinhändler seiner Freundin. Hier müsste es möglich sein, ein komplettes Survival-Training mit allen Freunden durchzuführen. Simon plant im Falle des Weltuntergangs in großem Stil zu überleben. Dass er hierzu bei seinen besten Freunden einbricht, um deren Vorratskammer zu plündern, geschenkt. Sie werden ihm später, wenn sie den Ernst der Lage begriffen haben, unendlich dankbar sein, dass er an alles gedacht hat. Sogar eine dicke, wohlgenährte Kuh hat Simon in den Weinbunker geschafft. Er konnte doch wirklich nicht ahnen, dass sie in Kürze kalben würde. Der Weltuntergang lässt sich dann noch Zeit, doch Simons Aktion endet in einem absoluten Chaos.

Tommy Jaud geizt in seinem „Überman“ nicht mit Slapstick-Einlagen, doch häufig lässt er seine Leser unter Niveau lachen. Die Witze sind abgedroschen, bewegen sich auf Macho-Niveau, man ahnt beim Lesen oft schon vorab, wohin die Pointe läuft und ehrlich, so doof wie Simon, kann sich nicht mal ein „Vollidiot“ anstellen. Der Besuch im Bordell, die Einlage bei der Fernsehshow „Let’s Dance“, na ja, sie reißen den Leser nicht vom Hocker. Das alles klingt bekannt, schon oft ähnlich gehört, mäßig spaßig. Ganz ehrlich, Tommy Jaud war schon witziger.
Manuela Haselberger, 2012-12-11



   Tommy Jaud -
   Überman
   
    © 2012, Frankfurt, Scherz, 368 S.,
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          gelesen von: Tommy Jaud
          Dauer: 329 Minuten
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