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Ein plötzlicher Todesfall
'Rowling, Joanne K. - Ein plötzlicher Todesfall'

s war klar, dass der neue Roman keine Fortsetzung von Harry Potter werden würde, also keine Fantasy – Geschichte und auch kein neues Kinderbuch. J. K. Rowling wollte nach fünf Jahren Schreibpause etwas ganz Neues ausprobieren. „Ein plötzlicher Todesfall“ ist definitiv ein Buch für Erwachsene.

Im Zentrum der Handlung steht der kleine englische Ort Pagford im West Country mit seinen Bewohnern. Gleich auf den ersten Seiten des Romans stirbt Barry Fairbrother vor den Toren des Golfclubs und sein nun frei gewordener Platz im Gemeinderat löst einen wahren Tumult in Pagford aus. Wer wird sein Nachfolger? Welche Ziele wird dieser verfolgen?

Barry hatte die Eigenschaft, dass er sich auf eine recht sympathische und humorvolle Art mit seinen Zeitgenossen auseinandersetzen konnte und so häufig mit einem gewinnenden Lächeln seine Ziele erreichte. Er stammte aus der Vorortsiedlung Fields und am liebsten würden die ehrbaren Familien in Pagford überhaupt nichts mit diesem heruntergekommenen Ort zu tun haben, weder mit den Sozialhilfe – Empfängern, noch mit ihren vernachlässigten Kindern, oder mit der dortigen Drogenklinik.

Die Atmosphäre im Ort ist aufgeheizt, denn es gibt durchaus Stimmen wie die der indischen Ärztin, die sich für den Erhalt der Klinik einsetzt, oder der Sozialarbeiterin, die sich um Familien in Fields kümmert und durchaus sieht, dass bei etwas Engagement auch bei der labilen Teeri Weedon, die immer wieder mit ihrer Sucht rückfällig wird und ihren kleinen Sohn kaum versorgt, Erfolge zu erzielen sind. Ihre vorlaute und freche Tochter Krystal hat der verstorbene Barry mit seinem Ruderprogramm für junge Mädchen gezielt gefördert.

Die besondere Stärke des Romans liegt darin, in die Familien hineinzuleuchten, ihre Sprache zu erfassen, ihre Schwächen zu beschreiben und einen Blick hinter die scheinheilige Fassade der Gutbürgerlichkeit zu werfen. Und hier liegt einiges im Argen. Der stellvertretende Schulleiter, der von Ängsten gequält wird, die Frau des Rechtsanwalts, die aus lauter Langeweile immer häufiger ein Gläschen zu viel leert, und auch der angesehene Feinkostbesitzer hat mit der lesbischen Tochter nicht die Vorzeigefamilie, auf die er so gerne stolz wäre. Da gibt es jähzornige, prügelnde Familienväter, Vergewaltigungen geschehen, und mittendrin eine Handvoll Jugendliche, die verzweifelt versuchen ihren eigenen Weg in dieser komplizierten Welt zu finden.

Der Tod von Barry löst eine Menge unberechenbarer Reaktionen aus und Rowling macht nichts anderes als die Glasglocke zu heben und gleich einer naturwissenschaftlichen Versuchsanordnung die Auswirkungen ganz genau zu beobachten. Entstanden ist daraus ein spannender und großartiger Gesellschaftsroman, der die Gegenwart gezielt unter die Lupe nimmt. Vergleichbar ist die Geschichte am ehesten mit einem Krimi ihrer amerikanischen Kollegin Elizabeth George.
Manuela Haselberger, 2012-09-30



   Rowling, Joanne K. -
   Ein plötzlicher Todesfall
    Originaltitel: »The casual vacancy«, © 2012
    Übersetzt von Susanne Aeckerle
    Marion Balkenhol
    © 2012, Hamburg, Carlsen, 575 S.,
    24.90 € (Hardcover)
    11.99 € (Taschenbuch)
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    8.99 € (Audiobook)
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          gelesen von: Christian Berkel
          Dauer: 1146 Minuten
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