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'Safier, David - Muh!'

an kennt David Safier von seinen sehr unterhaltsamen Ausflügen in die Welt der Wiedergeburt („Fieses Karma“), auch in der Literatur hat er sich schon umgesehen („Plötzlich Shakespeare“) und im Christentum („Jesus liebt mich“) ist er ebenfalls ein ausgewiesener Experte. Sein neuer Coup heißt „Muh!“

Eigentlich lebt die Kuh Lolle ganz zufrieden auf ihrer ostfriesischen Weide, bis sie eines Tages ihren Stier Champion mit Susi, der Schlampe in der Herde, erwischt. Das hätte Champion wohl besser vermieden. Als Lolle obendrein erfährt, dass Menschen tatsächlich Kühe zu Fleisch verarbeiten, ist es endgültig vorbei. Sie wird dem italienischen Kater Giacomo folgen, der ihr von Indien vorschwärmt. Ein Land, in dem es Kühen richtig gut geht, in dem sie geachtet, ja sogar als heilig betrachtet werden. Da muss Lolle hin. Und mit ihr gehen ihre Freundinnen, die schlagfertige Hilde und das naive Radieschen, die keinerlei Ironie versteht; auch Champion ist mit von der Partie und nicht zu vergessen Susi. An ihr führt kein Weg vorbei.

David Safier hat in seinem Roman ein ganzes Universum der Kuh erschaffen. Im Mittelpunkt steht die Kuh-Gottheit Naia mit ihrem stürmischen Liebhaber Hurlo und als Grenze dient das Meer der unendlichen Milch, das die Welt einrahmt. Mit einer unglaublichen Situationskomik und einem erfrischenden Witz beschreibt Safier die Reise, die Lolle mit ihrer chaotischen Herde unternimmt. Zunächst geht es mit dem Schiff, das zwar India heißt, aber leider nach „Muh-York“ fährt in die falsche Richtung. Doch selbst einem erfahrenen Seemann wie Kolumbus ist dieser Lapsus schon passiert.

In Amerika stoßen sie auf eine wunderbare Herde von Wagju – Rindern, die ein paradiesisches Leben führen. Fast besser als in Indien. Schon zum Frühstück werden sie mit Rotwein gestärkt, erhalten ein ausgezeichnetes Futter und werden dazu täglich von Cowgirls massiert. „Voll kuhl“ das ist das größte Lob, das verteilt werden kann. Doch auch diese gute Behandlung ist eine gefährliche Täuschung, das erkennt Lolle im letzten Augenblick. Dabei war sie so sicher, dass die Menschen genau dafür von der Gottheit Naia erschaffen wurden: Sie sollen ihr Leben einzig und allein damit verbringen, den Kühen auf der Welt zu Diensten zu sein. Punktum. So erzählt es zumindest die Legende.

Gerade noch rechtzeitig, kurz bevor es zum Schlachthaus geht, gelingt den mutigen Kühen die aufsehenerregende Flucht aus einem fahrenden Zug mit einem mutigen Sprung in den Mississippi. Wie sie es am Ende einer haarsträubenden Reise doch noch schaffen in ihrem Traumland Indien anzukommen, das liest sich herrlich komisch. Eine kleine Warnung: Leser dieses Romans werden immer dadurch auffallen, dass sie ständig vor sich hin grinsen, kichern, amüsiert den Kopf schütteln und eilig weiterblättern. Das ist nicht schlimm, das sind einfach Nebenwirkungen, die man bei diesem Buch in Kauf nehmen muss. Es soll bitte niemand denken, sie hätten nicht alle Fliegen im Schwarm.
Manuela Haselberger, 2012-12-05



   Safier, David -
   Muh!
   
    © 2012, München, Kindler, 336 S.,
    16.95 € (Hardcover)
    € (mp3-Download)
    12.99 € (Audiobook)
    14.99 € (Kindle EBook)
   


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          gelesen von: Nana Spier
          Dauer: 409 Minuten
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