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Das Seil
'Siepen, Stefan aus dem - Das Seil'

er Titel des Buches von Stefan aus dem Siepen kommt ganz schlicht und unscheinbar daher: „Das Seil“. Das Büchlein ist schmal und lässt sich leicht in kurzer Zeit lesen, doch der Inhalt der Parabel bietet eine Menge Stoff zum Nachdenken.

Eine Gruppe von Bauern lebt zufrieden mit ihren Ehefrauen in einer Zeit, als es noch Kienspan-Lampen gibt, die Läden an den Häusern abends geschlossen werden und ab und zu ein Sacktuch zum Naseputzen benutzt wird. Eigentlich ein paradiesischer Zustand, bis Bauer Bernhardt eines Tages im Wald ein Seil entdeckt. Wohin führt es? Was hat es zu bedeuten? Die Neugierde der Männer im Dorf ist geweckt und nach kurzer Beratung ziehen sie los. Das Unbekannte, das Abenteuer, die Abwechslung lockt. Die Frauen bleiben zurück und warten zunächst Abend für Abend auf die Heimkehr der Männer. Doch mit der Zeit müssen sie selbst die Ernte einbringen, sich Unwettern stellen und den täglichen Kampf ums Überleben entschlossen in die Hand nehmen.

Für die Männer ist die Lage nicht minder kompliziert. Ein Ende des Seils ist nicht abzusehen und sie wandern viele Tage durch den Wald, werden von Wölfen angegriffen, sie treffen auf ein verlassenes Dorf und füllen sich ihre Kiepen bis obenhin, ohne an die zusätzliche Last beim Marschieren zu denken. Am liebsten würden sie ja wieder umdrehen, zurück zu den Frauen gehen. Doch darf man ein solches Unternehmen einfach beenden?

Stefan aus dem Siepen, geboren 1964 in Essen, legt mit seinem dritten Roman eine Parabel vor, die in einer ganz einfachen Handlung zeigt, was geschieht, wenn das Unbekannte in unser Leben tritt. Das Seil kommt als das Alltägliche, vermeintlich Bekannte daher und führt dazu, gewohnte Routinen aufzugeben, aus dem Alltag auszubrechen und sich auf Neues einzulassen. Die Veränderung findet nicht nur bei den mutigen Männern statt, die sich voller Abenteuerlust der Herausforderung stellen, sondern auch das Leben der daheimgebliebenen Frauen ändert sich grundlegend. Schon bald befinden sich alle Dorfbewohner in einer absurden, kafkaesken Situation.

Bauer Bernhardt hätte auf den Spruch seines Vaters hören sollen, als er ihm vor langer Zeit mit auf den Weg gab: „Die Ähren sind wie das Glück, hatte der Vater gesagt. Wenn das Glück zu groß wird, wird es zu einem Leid.“ Doch was wäre dann aus der Erfahrung mit dem Seil geworden? Jeden Tag hätte es mit seinem Versprechen zu Abenteuer und Neuem gelockt. Wer hätte da widerstehen können?
Manuela Haselberger, 2012-07-18



   Siepen, Stefan aus dem -
   Das Seil
   
    © 2012, München, dtv, 180 S.,
    9.90 € (Taschenbuch)
    7.99 € (Kindle EBook)
   


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