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Bookinists Buchtipp zu

Jussi Adler Olsen

Das Alphabethaus

James und Bryan sind seit Kindesbeinen befreundet und als sie sich in der Nähe von Berlin nach ihrem Flugzeugabsturz in einen Lazarettzug retten können, atmen sie erst einmal auf. In ihrem Abteil befinden sich schwer verletzte, hochrangige SS- Offiziere und die beiden Männer schlüpfen in die Rolle deutscher Soldaten. Als der Zug in der Nähe von Freiburg endet, werden sie mit anderen Offizieren in eine psychiatrische Klinik gebracht, das „Alphabethaus“ genannt. Sie simulieren schwere Geisteskrankheit, denn nachdem sie kein Wort deutsch sprechen, darf ihnen kein Fehler unterlaufen. Würden sie erkannt, wäre das der sichere Tod. Doch nach wenigen Wochen, sie erhalten Behandlungen mit Stromstößen und Psychopharmaka, stellen sie fest, dass sie nicht die einzigen Simulanten im Krankenzimmer sind. Sie spielen eine gefährliche Partie, denn Bryan und James sind fest entschlossen zu fliehen, auch wenn sie mit Argusaugen beobachtet werden.

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Das Washington-Dekret
'Adler Olsen, Jussi - Das Washington-Dekret'

n Dänemark erschien der neue Roman von Krimi-Autor Jussi Adler Olsen bereits im Jahre 2006. Und wie im „Alphabethaus“ ist es auch beim „Washington – Dekret“ so, dass das Sonderdezernat Q mit dem beliebten Ermittler Carl Morck Pause hat. „Das Washington – Dekret“ erzählt eine ganz andere Geschichte – allerdings nicht minder kriminell.

Schauplatz des Politthrillers ist Amerika. Der demokratische Kandidat Bruce Jansen ist gerade dabei am Wahlabend seinen Sieg zu feiern, als direkt neben ihm und seiner schwangeren Frau Schüsse fallen. Weder sie noch das ungeborene Kind überleben. Jansen hat zwar sein Ziel, der mächtigste Mann Amerikas zu werden, erreicht, doch um welchen Preis? Immer häufiger zieht er sich in sich selbst zurück und seine Persönlichkeit verändert sich. Er erlässt überstürzt Notstandsgesetzte, die als „Washington – Dekret“ bekannt werden. Fortan wird die Todesstrafe schnell und ohne lange gerichtliche Prüfung bei allen frisch Verurteilten vollzogen, immer häufiger ist das Militär auf den Straßen, Waffen sind nicht mehr erlaubt und es bilden sich Milizen, die sich gegen diese Gesetze wehren. Es ist kaum vorstellbar, doch die Vereinigten Staaten von Amerika befinden sich in kürzester Zeit in einer Art Bürgerkrieg und zeigen Züge einer faschistoiden Diktatur.

Der mutmaßliche Drahtzieher am Tod der Frau des Präsidenten ist schnell gefasst. Es handelt sich um den angesehenen Hotelier Bud Curtis, der noch nie seine Sympathie für die Republikaner verhehlte. Das Gerichtsverfahren gegen ihn verläuft nicht fair, Beweise werden vertuscht und seine Tochter Doggie, die im Weißen Haus angestellt ist, kann es nicht fassen, als ihr Vater, der immerzu seine Unschuld während seiner Verhandlung beteuert, zum Tode verurteilt wird. Der einst liberale Präsident führt das Land mit eiserner Hand. Die Medien werden zensiert, das Internet kontrolliert und niemand ist vor ständiger Überwachung geschützt oder sicher.

Eine kleine Gruppe von Personen, sie lernten sich vor vielen Jahren bei einem Quiz kennen, das vom heutigen Präsidenten ausgeschrieben wurde, reiste damals mit ihm, der vor allem durch seine sympathische Art und liberale Haltung bekannt war, als Preis für ihren Erfolg beim Ratespiel zusammen nach China. Diese Leute können nicht glauben, dass sich ihr Leben so negativ verändert haben sollte und helfen Doggie dabei, die Unschuld ihres Vaters zu beweisen.

Es ist eine interessante Gedankenspielerei, die Jussi Adler Olsen sich ausgedacht hat. Ist es möglich in einer stabilen Demokratie innerhalb von kurzer Zeit eine Diktatur zu etablieren und was passiert dabei mit dem Leben der Menschen? Wer wehrt sich? Wer wird Mitläufer und ist zu feige, die eigene Meinung zu vertreten? Es ist durchaus spannend, den von Adler Olsen skizzierten Abläufen zu folgen, doch manchmal erscheint das Vorgehen der Machthaber allzu leicht zu durchschauen und mutet etwas naiv an. Es scheint, als wäre Adler Olsen mehr in seine Versuchsanordnung verliebt, als diese in einen richtig spannenden Plot zu verwandeln. Da wirken die Figuren etwas blutleer und klischeehaft, einzig dafür geschaffen, ihre zugedachte Rolle im gesellschaftlichen Experiment zu erfüllen. Dadurch unterscheidet sich „Das Washington-Dekret“ leider nicht allzu sehr von amerikanischer Thriller-Dutzendware.
Manuela Haselberger, 2013-01-22



   Adler Olsen, Jussi -
   Das Washington-Dekret
    Übersetzt von Hannes Thiess
    Marieke Heimburger
    © 2013, München, dtv, 656 S.,
    19.90 € (Hardcover)
    9.95 € (Taschenbuch)
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    15.99 € (Audiobook)
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          gelesen von: Wolfram Koch
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