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Macht, Durchsetzungsfähigkeit, eine attraktive Frau und sogar eine junge Geliebte
'Koch, Herman - Odessa Star'

red Moorman ist siebenundvierzig, lebt mit seiner Frau und dem vierzehnjährigen Sohn in Amsterdam. Sein Leben ist langweilig geworden, etwas schal, die aufregenden Momente fehlen völlig. Als Fred seinen Schulfreund Max nach vielen Jahren wieder trifft, scheint dieser alles zu haben, was Fred schmerzlich vermisst: Macht, Durchsetzungsfähigkeit, eine attraktive Frau und sogar eine junge Geliebte. Mit allen Mitteln sucht Fred die Nähe zu Max, um sich in seinem Dunstkreis zu tummeln und ein wenig an seiner Autorität teilzuhaben, auch wenn Max, der immer mit einem Bodyguard unterwegs ist, offenbar in kriminelle Machenschaften verstrickt scheint.

Richtig deutlich wird dies für Fred, als Max ihm die Leiche ihres ehemaligen Französisch-Lehrers als nachträgliches Geburtstagsgeschenk präsentiert. Der mysteriöse Tod des alten Mannes ist zwar nicht mehr als eine Meldung in den Abendnachrichten, doch Fred versteht auf Anhieb, dass dieser Mord auf das Konto seines Freundes Max geht. Fred geht es einzig darum, mit dem Bösen, das Max verkörpert zu spielen. Wie weit ist dieser Mann bereit für ihn zu gehen? Er sucht den neuen Kick in seinem Leben. Ganz nebenbei erzählt er Max, dass seine Nachbarin in der Parterre-Wohnung ihn erheblich stört. Die Frau ist alt, gehbehindert und kann auch ihren Hund nicht mehr richtig versorgen. Und dann gehört ihr auch noch der schöne Garten, den seine Frau so gerne für sich hätte. Wie wäre es, wenn diese Frau nach Freds Urlaub auf Menorca einfach verschwunden wäre? Vorsorglich lässt Fred die Schlüssel ihrer Wohnung bei Max.

"Odessa Star" erschien bereits 2003 auf Niederländisch und Herman Koch hat noch nicht ganz seine Könnerschaft im Sezieren zwischenmenschlicher Interaktion erreicht, wie beispielsweise in seinem bisher besten Roman "Angerichtet". Mit ungemein zynischem Blick geht die Hauptfigur durchs Leben und ganz nebenbei, Fred ist alles andere als ein sympathischer Mensch und der Leser ist ganz froh, wenn er nichts mehr mit ihm zu tun hat. Richtig gut fängt Koch die Anziehungskraft des Bösen für den Kotzbrocken Fred ein, der nicht davor zurückschreckt mit dem Gedanken zu spielen, einen mongoloiden Jungen im Hotel - Pool im Urlaub zu ertränken. Fred geht es um das Ausprobieren von Macht, ihre Instrumentalisierung für seine Zwecke, doch am Ende ist ihm nicht klar, dass auch in diesen kriminellen, mafiösen Strukturen ganz klar die Regel gilt: "Eine Hand wäscht die andere" und so wird selbstverständlich von Fred erwartet, dass er am Ende seinen Beitrag leistet.

Die beste Nachricht kommt am Schluss: 2014 wird ein neuer Roman von Herman Koch erscheinen.
Manuela Haselberger, 2013-12-12



   Koch, Herman -
   Odessa Star
    Übersetzt von Christiane Kuby
    © 2013, Köln, Kiepenheuer und Witsch, 320 S.,
    19.99 € (Hardcover)
    € (mp3-Download)
    19.95 € (Audiobook)
    17.99 € (Kindle EBook)
   


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          gelesen von: Johannes Steck
          Dauer: 388 Minuten
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