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Der Tod heilt alle Wunden
'Hill, Reginald - Der Tod heilt alle Wunden'

er Kommentar von seiner Freundin Cap ist knapp und bringt die Sache auf den Punkt: "Wenn ich einen Eunuchen will, hätte ich mich in den Istanbuler Kleinanzeigen umgesehen." Und so bleibt Superintendent Andy Dalziel, nachdem er in seinem letzten Fall nur knapp einem Bombenattentat entkommen ist, nur zähneknirschend der Besuch eines Reha-Zentrums übrig, um körperlich und geistig wieder zu Kräften zu kommen.

Es bietet sich eine Erholungszeit in Sandytown an, einem kleinen, aufstrebenden Dörfchen, das mit der neuen Avalon-Klinik, die zu einem großen Gesundheits- und Wellness-Center ausgebaut werden soll, ganz vorne mitmischen möchte. Geplant ist ein großes Festival der Gesundheit, in dem die alternativen Mediziner, die neben dem Klinikbetrieb tätig sind, von Tom Parker vorgestellt werden. Geldgeberin, die mit dem ganzen teuren Firlefanz nicht viel am Hut und eindeutig die Rentabilität fest im Blick hat, ist Lady Daphne Denham. Von ihren Feinden, und davon hat sie reichlich, wird sie gerne "Breitarsch" genannt, doch als sie beim Gemeindefest vom Grill geschnitten werden muss, hat ihr diesen Tod keiner gewünscht.

Es dauert nicht lange bis Chief Inspector Peter Pascoe die Ermittlungen mit seinem Team übernimmt. Ob es für ihn ein Segen ist, dass sein Chef sich zwar als Rekonvaleszent bereits vor Ort befindet und ihn mit griffigen Charakterisierungen ins Bild setzt, darüber ist er nicht sicher. Verdächtige gibt es Unzählige: der Neffe Edward, der mit seiner Schwester einige Millionen erbt, die verarmte Verwandte Clara und welche Interessen verfolgt der Finanzberater von Lady Daphne? Warum ist sie dem leitenden Arzt der Klinik bis nach Davos nachgereist? Verbindet die beiden mehr als das Interesse an dem neuen Gesundheits-Zentrum? Oder ist das zweite Testament, das überraschend auftaucht echt?

Als Vorlage für seinen Krimi hat sich Reginald Hill Jane Austens nicht vollendeten Roman "Sanditon" ausgesucht. Mit ihren Figuren, sogar die Namen sind gleich geblieben, bevölkert er sein modernes Städtchen und nimmt sich sehr viel Zeit für deren Charakterisierungen, selbst jede Nebenfigur ist deutlich gezeichnet. Es gibt eine Menge Klatsch und Tratsch, endlose Plaudereien, ob als e-Mail oder von Daziel auf sein Diktiergerät gesprochen. Doch am meisten Spaß beim Lesen machen die flotten Sprüche und zynischen Kommentare von Andy Dalziel und seine Zusammenarbeit mit seinem Partner Pascoe, dem er zwar freie Hand bei den Ermittlungen lässt, doch am Ende, ja am Ende weiß der Chef halt doch mehr als seine Truppe. Und Reginald Hill bietet nicht nur ein mögliches Ende an. Immer wenn man meint, jetzt ist der Täter überführt, zaubert er eine neue Lösung aus dem Ärmel und überrascht in einem weiteren Kapitel mit einer neuen Wendung der Geschichte. Hier wird der englische Rätselkrimi auf feinste Art zelebriert.

Reginald Hill ist im Jahre 2012 gestorben und auf Englisch liegt noch ein letzter Band des Duos Dalziel und Pescoe "Midnight Fugue" vor. Wir warten gespannt auf die Übersetzung.
Manuela Haselberger, 2014-02-16



   Hill, Reginald -
   Der Tod heilt alle Wunden
    Übersetzt von Karl-Heinz Ebnet
    © 2014, München, Droemer, 640 S.,
    22.99 € (Hardcover)
    12.99 € (Taschenbuch)
    10.99 € (Kindle EBook)
   


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