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Das Traumbuch
'George, Nina - Das Traumbuch'

it ihrem Roman "Das Lavendelzimmer" gelang der deutschen Schriftstellerin Nina George, geb. 1973 in Bielefeld, der internationale Durchbruch. Auch "Die Mondspielerin" war nicht minder erfolgreich und jetzt schließt sie ihre Trilogie zum Themen-Zyklus der Endlichkeit mit "Das Traumbuch" ab. Und es ist ein Schlusspunkt, der perfekt sitzt.

Henri ist auf dem Weg zur Schule seines Sohnes. Es ist Vater-und-Sohn-Tag, und obwohl er seinen Sohn Samuel gar nicht kennt, er hat nie mit dessen Mutter zusammengelebt, hat der Junge ihn eingeladen und Henri freut sich auf das Treffen. Doch alles kommt anders. Gerade als er in London eine Brücke überquert, sieht er ein kleines Mädchen von der Reling eines Schiffes ins Wasser kippen. Er denkt nicht lange nach und springt. Es gelingt ihm, das Mädchen zu retten, doch als er wieder triefnass auf der Brücke steht und nach einem Krankenwagen ruft, wird er von einem Auto angefahren und fällt ins Koma.

Währenddessen wartet Samuel vergeblich auf seinen Vater. Er ist ein ganz besonderer Junge. Hochintelligent und Synästhetiker, das heißt, er nimmt die Welt ein wenig anders wahr als seine Mitmenschen. Sam kann Klänge sehen, er empfindet Stimmen und Musik farbig. Auch Zahlen ordnet er Farben zu, so ist die Acht grün und die Vier gelb. Ohne seine Mutter zu informieren, eilt er ins Krankenhaus, als er erfährt, dass sein Vater verunglückt ist und sitzt tagelang an dessen Bett. Dort trifft er Eddie. Sie wurde von Henri als Person benannt, die im Notfall zu benachrichtigen ist.

Eddie ist Verlegerin und hat vor Jahren Henri geliebt und er hat ihr damals das Herz gebrochen, als er sie schroff zurückwies und für immer verließ. Sie hat nicht gewusst, dass Henri einen Sohn hat und ist von der Persönlichkeit des Jungen fasziniert.

Aus der Sicht von Henri, Sam und Eddie schildert Nina George die Ereignisse. Henri verliert sich in seiner Traumwelt, zu der niemand, auch nicht die Ärzte, Zugang haben. Einzig Sam spürt, dass sein Vater noch anwesend ist. Eddie verliert sich in ihren Erinnerungen, als sie die Zeit mit Henri Revue passieren lässt, wenn sie viele Stunden an seinem Krankenbett sitzt. Und Sam entdeckt im fünften Stock des Krankenhauses ein Mädchen mit zwölf, das bei einem Autounfall ihre Eltern und Geschwister verlor und ebenfalls im Koma liegt.

Nina George schreitet die Räume aus, die hinter unserer Realität liegen, wenn wir in Erinnerungen versinken, in unseren Träumen ganz andere Leben ausprobieren. Oft sind sie nur einen kurzen Moment entfernt. Wenn wir auf eine Frage eine andere Antwort gegeben hätten, eine andere Abzweigung des Weges genommen hätten. Alles wäre anders geworden. "Die Literatur ist dazu da, auch die unbekannten Welten zu vermessen" und genau dies erfüllt die Autorin mit einer sehr poetischen Sprache auf ganz wunderbare Weise. Ihren Roman hat sie unter das passende Motto gestellt: "Vielleicht sind wir alle Geschichten, die gerade gelesen werden."
Manuela Haselberger, 2016-05-02



   George, Nina -
   Das Traumbuch
   
    © 2016, München, Knaur, 416 S.,
    16.99 € (Hardcover)
    € (mp3-Download)
    17.49 € (Audiobook)
    14.99 € (Kindle EBook)
   


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          gelesen von: Richard Barenberg & Cathlen Gawlich
          Dauer: 590 Minuten
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