Menschheitsmythen

Sergius Golowin, Mircea Eliade, Joseph Campell
Die grossen Mythen der Menscheit

"Im Anfang war das Wort!" und Gott sprach "Es werde Licht". So stellt sich uns der christliche Schöpfungsmythos dar. Wir haben eine mehr oder weniger genaue Vorstellung vom künftigen Untergang der Welt, vom jüngsten Gericht, den Himmels- und Höllenwelten.


Doch auch andere Kulturen, zu anderen Zeiten und auf anderen Kontinenten haben mannigfach Sagen, Mythen und Götterwelten hervorgebracht und große und kleine Zeugnisse ihrer Vorstellungen hinterlassen.

Schon die Urstämme hatten das Bedürfnis in ihren Höhlenmalereien (z.B. in Lasceaux (Dordogne/Frankreich) oder die indianischen in Wyoming/USA) ihren Geschichten von Jagd, Geburt und Tod, Schamanismus und Götterwelt Ausdruck zu verleihen.

Länger als alle heute existierenden Religionen zusammen muß beispielsweise die Anbetung von Erdmuttergottheiten unter den Menschen verbreitet gewesen sein.

Sergius Golowin hat nun einen mit 800 Abbildungen randvollen, prachtvollen Bild-Leseband im Format 24 x 32 cm bei Herder veröffentlicht und den Versuch gestartet eine umfassenden Übersicht über alle Menschheitsmythen, Sagen und Götterwelten zu entwickeln.

Quer über alle Kontinente beginnt er in der Wiege der Menschheit bei den afrikanischen Mythen, reist er über das Mittelmeer, die nordischen Welten, den Nahen Osten, Vorderasien, Südasien, Indonesien, Australien und Ozeanien, insbesondere die Osterinseln und beendet seine in Text, Grafik und opulenten Bildern aufgearbeitete Weltreise auf dem amerikanischen Doppelkontinent.


Thematisch eröffnet er seinen Reigen mit den Mythen über die Entstehung des Kosmos, das göttliche Ei beispielsweise oder die hinduistische Vorstellung. Er berichtet über die Ägypter, über Echnatons Reform zum monotheistischen Aton sowie über alle anderen Sonnenkulte in anderen Epochen.

Überaus informativ ist sein mehrseitig grafisch bebilderter Stammbaum der griechischen Götterwelt - endlich einmal eine gelungene Darstellung der verzwickten Beziehungen in der griechischen Mythologie.



Die Weltesche Yggdrasil findet ebenso ihren Platz wie der ägyptische Lebensbaum, Götterboten wie Hermes und Kulturbringer wie Prometheus oder Maui, der Sohn der Erdmutter in der Südsee, werden vorgestellt - in Wort und Bild.

Allein welche Vielfalt die menschliche Psyche an Tiergottheiten geschaffen hat, ist verblüffend.



Doch auch alle Tragikhelden versammelt das kiloschwere, dreihundertseitige Werk:
Sigurd (Siegfried), Orpheus, Ge Sar, Gilgamesch, Iphigenie, Ischtar, Helena oder Odysseus - mit allen hat sich Golowin beschäftigt, selbst die Monroe und der Pinnball-Wizzard "Tommy" werden erwähnt.

Vom kosmischen Rad und der Seelenwanderung, alles, was sich Mann und Frau seit ihrem ersten Bewußtsein imaginiert haben und überliefert wurde, findet in diesem Buch seinen Niederschlag.


Ein hervorragendes Werk, dem vor allem der Wurf gelungen ist sich sowohl an Spezialisten wie Einsteiger zu wenden; wer sich sputet, kann sich diesen Band bis Ende 1998 noch zum Einführungspreis von 98,-- DM sichern - ein herrliches Buch für die heiligen Tage am Ende des Jahres.

Überraschenderweise wurde dieses Buch nach der Einführung des Euro erheblich billiger. ;-)


Sergius Golowin, Mircea Eliade, Joseph Campell
Die grossen Mythen der Menscheit
1998, Freiburg, Herder, 304 S., / 25,51

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© by Manuela Haselberger
rezensiert am 1998-Sep-12


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Quelle: http://www.bookinist.de
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