Elsberg, Marc - Helix  
Mit Grauen muss die Administration in Washington zur Kenntnis nehmen, dass der kürzliche Herztod des Außenministers am Rednerpult einer Sicherheitskonferenz in München kein Zufall war, sondern die präzise ausgeführte Attacke mit einem auf nur eine Ziel-Person zugeschnittenen Killervirus war.
Die Vorstellung von DNA-optimierten Kindern ist erschreckend, wo es hinführen kann – faszinierend grausig, die Grenzen zwischen gut und böse fasern an den Rändern zeitweilig aus. Und doch ist der Plot an manchen Stellen zu dünn: Niemals würde die amerikanische Präsidentin und gar ein erklecklicher Teil ihrer Minister direkt ins Zentrum einer virulenten Bedrohung fliegen, um sich dort zusammen mit Dutzenden von schwer bewaffneten Platoons von einem 10 jährigen Buben nach Strich und Faden aufs Kreuz legen zu lassen, der dann auch noch den Marine One Hubschrauber selbst fliegend samt der Präsidentin entführt.


 

Ahern, Cecilia - Das Jahr in dem ich dich traf  
Jasmine kann es nicht fassen: Sechs Wochen vor Weihnachten erhält sie die Kündigung in ihrer Firma. Wahrlich ein perfekter Zeitpunkt. Um zu verhindern, dass sie, die erfolgreiche Businessfrau, die jede Menge Erfahrung mit Start-up-Unternehmen hat, sofort zur Konkurrenz wechselt, wird sie von ihrem Arbeitgeber für ein ganzes Jahr freigestellt. Doch was soll man mit einem freien Jahr machen, wenn man gewohnt ist, ständig irgendwelchen Terminen hinterher zu hetzen. Freizeit?
Am Ende des Jahres hat Jasmine eine Menge Veränderungen in ihrem Leben vorgenommen. Sie hat ihr Tempo gedrosselt, hat gelernt in ihrem Garten kleinste Veränderungen wahrzunehmen und nicht nur eine neue Freundschaft geschlossen. "Die meisten Menschen in unserem Leben müssen nicht aktiv etwas tun, um uns zu verändern, sie müssen einfach nur da sein."


 

Ahern, Cecilia - Der Glasmurmelsammler  
Fergus, der Vater von Sabrina, liegt nach einem Schlaganfall im Pflegeheim und die Erinnerung an sein Leben stellt sich nur sehr sporadisch ein. Erst als seine Tochter einige Kisten mit Murmeln, die im Heim für ihren Vater deponiert wurden, mit nach Hause nimmt, entdeckt sie einen Mann, der für sie ein völlig Unbekannter ist. Sie wusste nicht, dass ihr Vater ein leidenschaftlicher Murmelspieler war und diese glänzenden Kugeln auch gesammelt hat.
Cecelia Ahern erzählt von den kleinen und großen Lebenslügen, das Scheitern an ihnen und die Missverständnisse, die aus diesen geheim gehaltenen Leidenschaften entstehen. Viele Verletzungen anderer resultieren daraus und es ist nicht leicht für Fergus am Ende seines Lebens reinen Tisch zu machen. Sabrina nimmt sich die Zeit, die unbekannte Seite ihres Vaters zu erkunden, ist überrascht, welchen Mensch sie entdeckt und lernt eine neue Frau an der Seite ihres Vaters kennen. "Für uns alle gibt es Dinge, die wir niemals vergessen wollen. Und wir brauchen alle einen Menschen, der sich an sie erinnert - für den Fall des Falles."


 

Wood, Barbara - Die Insel des verborgenen Feuers  
"Die Insel des verborgenen Lichts" spielt auf Hawaii, genauer gesagt vorwiegend auf den Inseln Big Island und Oahu im 19. Jahrhundert.
Im Jahre 1822 kommt Emily Stone mit dem Schiff von Neuengland nach Kona, Big Island. Gerade zwanzig und frisch verheiratet mit dem Missionar Isaac, ist sie überwältigt vom Licht der Insel, den schneebedeckten Vulkanen und den unzähligen Wasserfällen. Sie gehört zu den ersten weißen Frauen, die auf die Insel kommen.

Ein gut recherchierter Unterhaltungsroman, der den Konflikt zwischen dem ursprünglichen Leben der Inselbewohner und den christlichen Missionaren im 19. Jahrhundert beschreibt. Einen Zwiespalt, der zu Intrigen, Lügen und Geheimnissen innerhalb der Familien führt, den Barbara Wood großartig erzählt und so etwas von der Magie der Inseln ihre Leser spüren lässt.


 

Evers, Horst - Alles außer irdisch  
Gleich die Eröffnungsszene im Buch handelt von der Einweihung des Berliner Flughafens BER. Das Jahr hat Evers nicht genannt. Und die Sache geht auch nur exakt 7,34 Sekunden lang gut, weil dann kracht ein riesiges Raumschiff auf die Startbahn und die Geschichte nimmt ihren Lauf ...
Horst Evers hat wild in die Verschwörungstheorie-Kiste gegriffen, unglaubliche Finanzspekulationen erdichtet, der Einsatz von Wissensbooster ist äußerst verlockend und zur Zeitreise zurück bis Nietzsche seiner Phantasie freien Lauf gelassen. Manchmal wird dieses Ideenfeuerwerk etwas ermüdend, aber amüsant zu lesen, mit den kleinen Seitenhieben auf unsere Gegenwart ist es auf jeden Fall.


 

Heidenreich, Elke - Alles kein Zufall  
Eine Autobiografie, zusammengestellt aus kurzen und kürzesten Erzählungen, verfasst im typischen Ton von Elke Heidenreich, fast glaubt man, sie sitzt am Tisch und plaudert und versenkt sich in Geschichten aus ihrem Leben. Geht das gut?
Im Gegenteil. Gebannt verfolgt der Leser, wie die kleine Elke von ihrer Mutter als Kind zum Essen gezwungen wird, oder mit ihrem Ehemann in Italien in einer Kneipe für ihr Ferienhaus den perfekten Tisch stiehlt.


 

Kui, Alexandra - Rabenseele  
Lua ist froh den Job in der Drogerie als Kassiererin bekommen zu haben, denn die letzten drei Jahre hat sie im Gefängnis verbracht. Sie soll ihren Mann erschossen haben, doch seine Leiche ist bis heute nicht aufgetaucht.
"Rabenseele" erzählt neben einem alten Familiengeheimnis die Geschichte einer Ehe, die in ihrem Innern ganz anders war, als sie von Freunden und Bekannten wahrgenommen wurde. Eine pointiertere Ausfeilung der Charaktere hätte die Spannung noch mehr gesteigert.


 

Rávic Strubel, Antje - In den Wäldern des menschlichen Herzens  
Es ist vor allem eine Reise mitten in das Herz der Frauen, die Antje Rávic Strubel in ihrem neuen Episoden-Roman unternimmt. Und die Stationen dazu sind Orte auf der ganzen Welt. Sie geben als Taktgeber die Kapitelüberschriften vor. Da reisen Katja und René zusammen nach Schweden und geraten sich am Ufer eines Sees so in die Haare, dass sie sich dort auf der Stelle für immer trennen.
Die Storys spielen alle mit der ewigen Suche nach Liebe, den falschen Erwartungen, die an den Partner gestellt werden, und die dieser unter Umständen nie erfüllen kann. Keine leicht konsumierbaren Geschichten, doch das genaue Lesen lohnt.


 

George, Nina - Das Traumbuch  
Henri ist auf dem Weg zur Schule seines Sohnes. Es ist Vater-und-Sohn-Tag, und obwohl er seinen Sohn Samuel gar nicht kennt, er hat nie mit dessen Mutter zusammengelebt, hat der Junge ihn eingeladen und Henri freut sich auf das Treffen. Doch alles kommt anders. Gerade als er in London eine Brücke überquert, sieht er ein kleines Mädchen von der Reling eines Schiffes ins Wasser kippen.
"Die Literatur ist dazu da, auch die unbekannten Welten zu vermessen" und genau dies erfüllt die Autorin mit einer sehr poetischen Sprache auf ganz wunderbare Weise. Ihren Roman hat sie unter das passende Motto gestellt: "Vielleicht sind wir alle Geschichten, die gerade gelesen werden."


 

Elsberg, Marc - Zero  
Im Prinzip stört es niemanden besonders, dass man mit jeder neuen App noch weitergehende Zugriffe auf Kamera und Mikrofon des Endgerätes zulässt, Cookies und Werbetracker gespeichert werden. Im Gegenteil, Jugendliche beginnen den Spieß vermeintlich umzudrehen.
Marc Elsbergs Firma „freeme“ geht da nur noch einen Tick weiter, sie lassen mich denken, dass ich mich ganz ohne Werbebeeinflussung selbst dafür entschieden hätte, die Software der Apps mich aber sanft sekündlich in ein undurchschaubares Netz an algorithmischen Beratern einspinnt, deren Meinung ich zu meiner mache, ständig in der Angst sonst an Ranking, also sozialem Ansehen, in der digitalen wie auch der realen Welt zu verlieren.


 

Elsberg, Marc - Blackout  
Nein, nein und nochmals nein – da fällt der Strom aus im kalten Februar, gleichzeitig in Italien und Schweden, am späten Freitag Abend – und wenige Stunden anschließend simultan in gesamt Europa, von England bis nach Bulgarien – dunkel !
Wer nach der Lektüre dieses Buches nicht verstanden hat, wie filigran und bedroht zugleich unsere ganze Zivilisation in jedem Augenblick ist, muss ein Analphabet sein. Marc Elsberg zeigt wie knapp wir mit immer mehr smarter Technologie und Vernetzung am Abgrund stehen. Spannung bis zur letzten Seite und versprochen, eine neue Weltsicht nach der Lektüre.


 

Mackintosh, Anneliese - So bin ich nicht  
Sie probiert alles aus, Alkohol, Drogen, Frauen, Männer, immer auf der Suche nach sich selbst, der Liebe, nach irgendeinem Halt im Leben. Herbe Einschnitte sind die Krankheit des Vaters und sein Tod, der Greta immer wieder aufs Neue beschäftigt.
Ganz am Ende, mit der letzten Geschichte, träumt sie sich eine Tochter herbei, der sie eine wunderbare Kindheit und Jugend bieten möchte und doch wieder zu scheitern beginnt. Es sind keine "Heile-Welt-Storys", die Anneliese Mackintosh erzählt, hier schlägt die Realität gnadenlos zu und sie zieht alle Register, um dem Leben Paroli zu bieten.


 

Toews, Miriam - Das gläserne Klavier  
"Staatsfeind Nummer eins war für die Männer ein Mädchen mit einem Buch". Miriam Toews schildert die Beziehung zweier Schwestern, die sich ein Leben lang so nah stehen. Sie zeigt die Gewissenskonflikte und die große seelische Belastung, um noch nicht einmal mit der Mutter oder dem Freund darüber sprechen zu können.
"Unsere Familie versucht, allem gleichzeitig zu entfliehen, selbst der Schwerkraft, selbst dem Ufer. Wir wissen nicht mal, wovor wir eigentlich weglaufen...Vielleicht ist der Planet Erde nicht unser richtiges Zuhause." Und dann ereignet sich ein Todesfall, mit dem niemand gerechnet hat. Ein Roman, der einen packt, schüttelt und aufwühlt.


 

Davis, Brooke - Noch so eine Tatsache über die Welt  
Eines davon lautet: Alle Wesen auf der Welt sterben. Und eifrig notiert sie alles im "Buch der toten Dinge". Genau geordnet, exakt durchnummeriert. Nummer eins war ihr Hund Rambo. Die Liste füllt sich schnell: Spinne, Vogel, Großmutter, die Nachbarskatze Gertrude und die Nummer achtundzwanzig ist ihr Dad.
Die Australierin Brooke Davis legt mit ihrem Debüt gleich einen internationalen Bestseller vor. Das liegt zum einen am spannenden Thema, denn Millie hat ja recht, alle werden wir eines Tages sterben, doch die meisten Menschen ignorieren so gut es geht diese Tatsache, und zum anderen erzählt die junge Autorin unglaublich frisch und unverblümt.


 

Blondel, Jean-Philippe - 6 Uhr 41  
Cécile hat über das Wochenende ihre Eltern besucht und ihren Aufenthalt bis Montagmorgen verlängert, so dass sie den Frühzug nach Paris nehmen muss.
Tatsächlich, ihr Sitznachbar ist Philippe Leduc. Der Mann, mit dem sie als Zwanzigjährige vier Monate befreundet war. Ob er sie noch erkennt? Nach siebenundzwanzig Jahren?


 

Gilbert, Elizabeth - Das Wesen der Dinge und der Liebe  
Nach ihrem Bestseller "Eat, Pray, Love" wendet sich die amerikanische Autorin Elizabeth Gilbert der Geschichte zu. Alma Whittaker kommt 1800 zur Welt, wächst in Philadelphia in einem sehr exzentrischen, wohlhabenden Elternhaus auf. Ihr Vater fuhr vor ihrer Geburt mit Kapitän James Cook zur See und legt nach dem Vorbild des englischen Botanikers Joseph Banks einen Garten in der neuen Heimat Amerika an.
Elizabeth Gilbert erzählt mit einer so kraftvollen Sprache die Geschichte Almas, dass vor den Augen des Lesers ein wunderbarer Film vorüberzieht. Sie schildert zum einen das Leben einer Forscherin, ohne universitäre Ausbildung, mit breitem naturwissenschaftlichen Wissen, die Darwins Theorie vorwegnimmt, und andererseits die Suche einer Frau nach der Liebe.


 

Kästner, Erich - Der Gang vor die Hunde  
Jedes Kapitel beginnt, wie von Kästner gewohnt, mit einer kurzen stichwortartigen Inhaltsangabe. Der Roman spielt in Berlin in den frühen dreißiger Jahren des vergangen Jahrhunderts. Die Weimarer Republik wird deutlich von der nationalsozialistischen Bewegung belastet. Es herrscht hohe Arbeitslosigkeit und die Stadt scheint an einem Fieber zu leiden.
Man sollte den alten "Fabian" im neuen Gewand in die Hand nehmen und sich an den pointierten, herrlich frechen Sätzen Kästners wieder einmal freuen. "Was nützt das göttliche System, wenn der Mensch ein Schwein ist?" Oder auch Fabian über ein Gespräch mit Labude: "Man war ein Chirurg, der die eigene Seele aufschnitt."


 

Smith, Zadie - London NW  
Das Besondere an "London NW" ist die Erzähltechnik. Zadie Smith kriecht in ihre Figuren hinein, zumindest wenn sie das Leben von Leah erzählt. Sie bringt ihre Gedankenströme zu Papier, berichtet wie mit einer Kamera, wenn sie durch die Straßen läuft, und es kann passieren, dass die Sätze mittendrin abbrechen. Leah ist fünfunddreißig, weiß, arbeitet in einem Gemeindebüro und mit Michel, einem Franzosen verheiratet, dessen Familie aus Algerien stammt.
"London NW" erfordert zu Beginn der Lektüre, dass man sich Zeit nimmt, sich auf den Stil der Autorin einlässt und beispielsweise dem inneren Monolog von Leah folgt. Am Ende gewinnt man ein Zeitpanorama der letzten dreißig bis vierzig Jahre eines einzigen Londoner Stadtteils, der exemplarisch für eine gesamte gesellschaftliche Entwicklung steht.


 

Harris, Robert - Intrige  
Der Erzähler der Ereignisse in Frankreich im Januar 1895 ist Major Picquart, der als stiller Beobachter im Dreyfus- Prozess fungiert. Als Dank für seine Arbeit wird er, nachdem Dreyfus zu lebenslänglicher Haft und Deportation verurteilt wurde, zum neuen Leiter der Geheimdienst-Abteilung befördert. Nicht nur, dass Picquart innerhalb kurzer Zeit einen Spion in den eigenen Reihen des Militärs entdeckt, es gelingt ihm ohne große Anstrengung nachzuweisen, dass Dreyfus unschuldig ist.
"Intrige" ist ein historischer Roman, der sich mit Gewinn auch in den gegenwärtigen Verhältnissen lesen lässt, denn die Methoden der Geheimdienste sind zwar technisch ausgereifter und subtiler geworden, doch wie Erkenntnisse heute verwendet werden, bleibt nach wie vor heftig umstritten.


 

Berger, Beate+ Kleinschmidt,M. - Tante Karos Gefühl für Stil  
In einem langen Gespräch mit der Style-Redakteurin eines Modemagazins erzählt Barbara ihre Geschichte. Und diese beginnt in erster Linie mit ihrer Tante Julia, die den Spitznamen Karo in der Familie erhielt, da sie als junge Frau ein absolutes Faible für Schottenkaros entwickelte. Tante Karo hat Barbara und ihre Freundin schon als Schülerinnen nach Paris zur Modewoche eingeladen und so streifen die Mädchen in den achtziger Jahren durch die Ateliers von Karl Lagerfeld und Yves Saint Laurent.
Ganz egal, wie man nun zu Fragen der Mode steht. Tante Karo bringt es auf den Punkt: "Wir können die Mode außer Acht lassen oder sogar verachten, aber entkommen können wir ihr nicht, denn anziehen müssen wir uns." Also: dann besser mit Geschmack und Stil.


 

Powell, Padgett - Schrottplatz der gebrochenen Herzen  
In der ersten Geschichte "Gib mir Süßes, sonst gibt's Saures" umkreisen ein frecher zwölfjähriger Junge, gerade am Beginn der Pubertät, und eine höchst gelangweilte Ehefrau und Mutter einander, machen sich gegenseitig spielerisch Avancen und wissen beide selbst nicht so recht, wohin diese aufgeladene schwüle Atmosphäre des Südens sie hinführen wird. Der Junge ahnt nur ansatzweise, was mit dem Aufdruck "just blow me" auf der Rückseite seines Shirts gemeint ist. Und als er eines Tages mit einem geklauten Rasenmäher vor Mrs. Hollingsworths Haus steht, kommen die Dinge ins Rollen.
Bei Padgett Powell kann es durchaus geschehen, dass ein erwachsener Mann das Dreirad des Jungen aus der Nachbarschaft klaut und damit eine imaginäre Parade auf der Straße abfährt. Allein wie Powell den schlichten Satz: - "Sehr oft, jeden Tag, immer wieder, jeden Tag gehe ich hinunter an den Kai" - absolut gekonnt auseinandernimmt, variiert, damit spielt, das ist einfach klasse.
Noch dazu ist mit Harry Rowohlt ein Übersetzer am Werk


 

Morton, Kate - Die verlorenen Spuren  
Laurel, die älteste Tochter der Familie, ist sechzehn und beobachtet aus einem Versteck in ihrem Baumhaus die Mutter, wie sie am zweiten Geburtstag ihres Bruders von einem Fremden unmittelbar vor der Haustür angesprochen wird. Die Atmosphäre scheint gespannt ....
Kate Mortons Bücher verbindet alle, dass man bereits nach den ersten Seiten ihrer Geschichten ihnen total verfallen ist und erst wieder ins normale Leben zurückkehren kann, wenn die letzte Seite umgeblättert wurde. Auf mehreren Zeitebenen und aus verschiedenen Perspektiven erzählt sie eine spannende Familiengeschichte, die sich während des Lesens immer wieder verändert und aus einem anderen Blickwinkel ganz anders bewertet werden kann.


 

Wolfe, Tom - Back to Blood  
Tom Wolfe streift durch Miami, fängt die unterschiedlichen Sprachen ein, zeigt die verschiedenen Sprachmischungen, Slangs und macht deutlich, dass „hier jeder jeden hasst“. Miami ist weit entfernt von einem friedlichen Miteinander der Kulturen. Von Multikulti kann hier keine Rede sein. Entscheidend ist immer die Herkunft des einzelnen. So ist „Back to Blood“ auch kein leiser Roman, sondern er kommt schrill und laut daher
Tom Wolfe streift durch Miami, fängt die unterschiedlichen Sprachen ein, zeigt die verschiedenen Sprachmischungen, Slangs und macht deutlich, dass „hier jeder jeden hasst“. Miami ist weit entfernt von einem friedlichen Miteinander der Kulturen. Von Multikulti kann hier keine Rede sein. Entscheidend ist immer die Herkunft des einzelnen. So ist „Back to Blood“ auch kein leiser Roman, sondern er kommt schrill und laut daher, bedient sich der Comic-Sprache und brüllt oftmals lauthals seine Botschaft heraus.
In „Fegefeuer der Eitelkeiten“ wurde New York ein Denkmal gesetzt, „Back to Blood“ leistet dies für Miami.


 

Nesser, Håkan - Himmel über London  
Leonard feiert seinen siebzigsten Geburtstag in London. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Maud reist er in die Stadt, in der er eine Dekade seines Lebens verbrachte. Mauds erwachsene Kinder, der Sohn Gregorius und die Tochter Irina, sind ebenfalls zur Feier eingeladen. Insgesamt werden sechs Gäste erwartet, doch Leonard macht um die beiden Unbekannten ein Geheimnis. Schließlich soll der Abend für alle eine Überraschung werden.
Leonard blättert am Ende seines Lebens gerne in seinem kleinen gelben Notizbuch. Hier hat er seine große Liebesgeschichte mit Carla notiert. Der Frau, die aus Prag stammt und ihn in ihre Geheimdienst - Tätigkeit hineingezogen hat. Und ein weiterer Strang der Handlung wird von einem jungen Mann bestimmt, der in Schweden jahrelang an einem Roman arbeitet, in dem ebenfalls eine Carla eine tragende Rolle spielt.

Håkan Nesser lässt sich jedoch nicht drängen. Er malt seine Figuren hingebungsvoll bis in die kleinsten Verästelungen aus, er widmet sich ausgiebig der Zeit um 1968, zum einen den Hippies im Swinging London, zum anderen beherrscht der Kalte Krieg das politische Klima.


 

Jonasson, Jonas - Die Analphabetin, die rechnen konnte  
Genau genommen kommt Nombeko aus Soweto, dem Armenviertel Johannesburgs, und kann nicht nur blitzschnell rechnen, sie hat darüber hinaus eine sehr rasche Auffassungsgabe und die Schwierigkeiten mit der Welt der Buchstaben überwindet sie als junges Mädchen im Handumdrehen. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter ist sie auf sich selbst gestellt und steigt mit vierzehn Jahren zur Chefin der Latrinenverwaltung auf.
Die skurrilen Einfälle, Schlenker und Fettnäpfchen, in die er seine Figuren tappen lässt, bieten eine überaus witzige Lektüre. Auch wenn das Konzept nicht neu ist, unterhält dieser zweite Roman von Jonas Jonasson seine Leser wieder glänzend.


 

Knausgård, Karl Ove - Spielen  
In "Lieben" geht Knausgård seiner eigenen Rolle als Vater auf den Grund und erzählt die Geschichte seiner Ehe. Der aktuell erschienene dritte Band "Spielen" widmet sich der Kindheit und dem Beginn der Geschichte der jungen Familie.
Karl Ove Knausgård versenkt sich in seine Erinnerungen, er kann all die Stimmungen, Farben und Gerüche wieder lebendig werden lassen. Doch er zeigt auch ganz beiläufig, wie die junge Familie scheitert, wie alle in ihrem eigenen Kokon gefangen bleiben, ein Austausch in Gesprächen nicht stattfindet ...


 

Koch, Herman - Odessa Star  
Als Fred seinen Schulfreund Max nach vielen Jahren wieder trifft, scheint dieser alles zu haben, was Fred schmerzlich vermisst: Macht, Durchsetzungsfähigkeit, eine attraktive Frau und sogar eine junge Geliebte. Mit allen Mitteln sucht Fred die Nähe zu Max, um sich in seinem Dunstkreis zu tummeln und ein wenig an seiner Autorität teilzuhaben, auch wenn Max, der immer mit einem Bodyguard unterwegs ist, offenbar in kriminelle Machenschaften verstrickt scheint.
"Odessa Star" erschien bereits 2003 auf Niederländisch und Herman Koch hat noch nicht ganz seine Könnerschaft im Sezieren zwischenmenschlicher Interaktion erreicht, wie beispielsweise in seinem bisher besten Roman "Angerichtet".


 

Peetz, Monika - Die Dienstagsfrauen zwischen Kraut und Rüben  
Kiki zieht mit ihrer kleinen Tochter und ihrem Lebensgefährten in ein mickriges Dorf nach Mecklenburg-Vorpommern. Allerdings dauert die Diskussion um das Ziel des jährlichen Ausflugs diesmal nicht sehr lange. Nach der Hilfe-SMS von Kiki ist klar, dieses Jahr geht es zur Mecklenburgischen Seenplatte. Höchste Zeit, Kiki bei ihrem Unternehmen "Bed & Breakfast" hilfreich unter die Arme zu greifen.
Monika Peetz legt mit ihrem dritten Band der "Dienstagsfrauen" wieder einen locker leichten Unterhaltungsroman vor, der sich problemlos an einem Nachmittag weglesen lässt. Die Handlung ist teilweise vorhersehbar, doch die witzigen Dialoge und die absolut treffenden Beschreibungen, wenn sich fünf Frauen aus Köln Richtung Osten aufmachen zu einer Reise "in the middle of nowhere" das ist klasse.


 

Seddig, Katrin - Eheroman  
„Das Schweigen in einer Ehe“ - Katrin Seddig erzählt ihren Roman aus der Perspektive von Ava. Und Ava spricht eine ganze Menge, hängt ihren Gedanken nach, doch ein Gespräch oder Gedankenaustausch mit ihrem Ehemann Danilo findet im Laufe der Zeit kaum mehr statt. Der Alltag hat sich im Leben breit gemacht.
Katrin Seddig, die bereits für ihre Erzählungen und ihr Romandebüt „Runterkommen“ ausgezeichnet wurde und viel Lob einheimste, ist mit ihrem „Eheroman“ eine Geschichte gelungen, die die einfachen Dinge des Alltags einfängt, die es schaffen, jeden Zauber zu erdrücken und eine Menge Enthusiasmus erfordern, damit sie nicht überhandnehmen.


 

Bayer, Thommie - Vier Arten, die Liebe zu vergessen  
Die vier Männer kennen sich schon seit der Schulzeit und der Tod ihrer geschätzten Lehrerin Emmie führt sie, viele Jahre später, längst in alle Wind zerstreut, wieder zusammen.
Michael, das Zentrum der Gruppe, die gute Seele, ist heute noch als Komponist sehr erfolgreich, doch er arbeitet anonym ...

Bayer zeigt eine gelungene Männerfreundschaft, die natürlich zunächst nicht ohne Imponiergehabe und einer ordentlichen Prahlerei auskommt, doch immer mehr auf das Wesentliche reduziert wird. Das Ende der Geschichte, wenn sich plötzlich alle Lebensläufe, die in Zeitsprüngen im Roman sehr detailliert geschildert werden, auflösen, kommt etwas zu schnell, als ob Bayer die Lust am Erzählen verlassen hätte.


 

Bajani, Andrea - Liebe und andere Versprechen  
Pietro, ein junger Grundschullehrer, lebt mit seiner Freundin Sara zusammen. Die Beziehung bröckelt, nachdem sich der Kinderwunsch des Paares einfach nicht erfüllen will und just an dem Tag, als Sara Pietro endgültig verlässt, stirbt sein Großvater Mario. Mario war eine überaus schillernde Figur ....
ie Kunst von Andrea Bajani besteht darin, dass er beim Schreiben sehr genau hinschaut, ein Wort, die Miene eines Gesichts, eine Bewegung fesseln ihn und er taucht mühelos ab in die Innenwelt seiner Personen. So lotet er beispielsweise die verschiedenen Arten von Schweigen aus und macht deutlich, dass genau an diesem Punkt eine Menge über die stummen Personen zu erfahren ist. Wie bewegen sie ihre Hände, welchen Gesichtsausdruck haben sie?


 

Jacobson, Howard - Liebesdienst  
Felix Quinn ist eigentlich, wie sein Vorname schon sagt, ein Glücklicher. Als Antiquariats - Buchhändler in London hat er ein gesichertes Auskommen und mit Marisa an seiner Seite seine Traumfrau geheiratet. Wenn da nur der Stachel der Eifersucht nicht wäre. Schon auf der Hochzeitsreise nach Miami, als Marisa erkrankt und sie einen Arzt konsultieren muss, ist sich Felix nicht sicher, ob der Kubaner nun absichtlich oder eher unabsichtlich die Brust seiner Frau berührt hat.
Mit einer großen Hingabe und Detailfreude dekliniert Howard Jacobson das Thema Eifersucht bis in die differenziertesten Regungen. Er zieht Beispiele aus der Literatur heran, streift Herodot, Cervantes und Joyce, betrachtet die Malerei unter diesem Aspekt und sein Protagonist Felix entwickelt sich immer mehr zum „Wald- und-Wiesen-Voyeur“. Faszinierend ist, mit welcher sprachlichen Vielfalt Jacobson dabei aufwartet. Er schwelgt in philosophischen Höhenflügen, ohne die obszönen Seiten der Sexualität auszulassen. Sprachlich ein grandioser Roman, seine unglaublichen gedanklichen Verästelungen erfordern jedoch etwas Geduld beim Lesen.


 

Siepen, Stefan aus dem - Das Seil  
Eine Gruppe von Bauern lebt zufrieden mit ihren Ehefrauen in einer Zeit, als es noch Kienspan-Lampen gibt, die Läden an den Häusern abends geschlossen werden und ab und zu ein Sacktuch zum Naseputzen benutzt wird. Eigentlich ein paradiesischer Zustand, bis Bauer Bernhardt eines Tages im Wald ein Seil entdeckt. Wohin führt es?
Stefan aus dem Siepen, geboren 1964 in Essen, legt mit seinem dritten Roman eine Parabel vor, die in einer ganz einfachen Handlung zeigt, was geschieht, wenn das Unbekannte in unser Leben tritt. Das Seil kommt als das Alltägliche, vermeintlich Bekannte daher und führt dazu ...


 

Safier, David - Muh!  
Man kennt David Safier von seinen sehr unterhaltsamen Ausflügen in die Welt der Wiedergeburt („Fieses Karma“), auch in der Literatur hat er sich schon umgesehen („Plötzlich Shakespeare“) und im Christentum („Jesus liebt mich“) ist er ebenfalls ein ausgewiesener Experte. Sein neuer Coup heißt „Muh!“
David Safier hat in seinem Roman ein ganzes Universum der Kuh erschaffen. Im Mittelpunkt steht die Kuh-Gottheit Naia mit ihrem stürmischen Liebhaber Hurlo und als Grenze dient das Meer der unendlichen Milch, das die Welt einrahmt. Mit einer unglaublichen Situationskomik und einem erfrischenden Witz beschreibt Safier die Reise, die Lolle mit ihrer chaotischen Herde unternimmt.


 

Rowling, Joanne K. - Ein plötzlicher Todesfall  
Es war klar, dass der neue Roman keine Fortsetzung von Harry Potter werden würde, also keine Fantasy – Geschichte und auch kein neues Kinderbuch.
„Ein plötzlicher Todesfall“ ist definitiv ein Buch für Erwachsene.
Im Zentrum der Handlung steht der kleine englische Ort Pagford im West Country mit seinen Bewohnern. Gleich auf den ersten Seiten des Romans stirbt Barry Fairbrother vor den Toren des Golfclubs und sein nun frei gewordener Platz im Gemeinderat löst einen wahren Tumult in Pagford aus.

Rowling macht nichts anderes als die Glasglocke über dieser Kleinstadt zu heben und gleich einer naturwissenschaftlichen Versuchsanordnung alle Verwicklungen ganz genau zu beobachten. Entstanden ist daraus ein spannender und großartiger Gesellschaftsroman, der die Gegenwart gezielt unter die Lupe nimmt. Vergleichbar ist die Geschichte am ehesten mit einem Krimi ihrer amerikanischen Kollegin Elizabeth George.


 

Tommy Jaud - Überman  
Der Trubel um „Vollidiot“ Simon Peters, der es mit Glück vom T-Punkt-Verkäufer zum „Millionär“ gebracht hat, geht mit „Überman“ weiter. Und, um es gleich zu sagen, auch Simon hat mit der Finanzkrise zu kämpfen.
Auch der nahende 21. Dezember, an dem laut Maya-Kalender die Welt untergehen soll, weckt Simons Interesse.

Der Besuch im Bordell, die Einlage bei der Fernsehshow „Let’s Dance“, na ja, sie reißen den Leser nicht vom Hocker. Das alles klingt bekannt, schon oft ähnlich gehört, mäßig spaßig. Ganz ehrlich, Tommy Jaud war schon witziger.


 

Egan, Jennifer - Der größere Teil der Welt  
Oft wird behauptet, Jennifer Egans wäre ein Punk-Roman, doch das ist zu kurz gegriffen und klingt eher abschreckend. Die Musik spielt eine verbindende Rolle in allen Kapiteln, Rock, Punk alles ist vorhanden und drückt natürlich auch das herrschende Gefühl der jeweiligen Zeit aus. Es beginnt mit der Punkszene in San Francisco, als Stachel - Halsbänder angesagt sind, mit Drogen experimentiert wird, und endet im digitalen Zeitalter in New York mit einem großen Konzert ...
„Der größere Teil der Welt“ ist ein außergewöhnlicher Roman mit einer anspruchsvollen Erzähltechnik, der den Leser glänzend unterhält, jedoch seine volle Aufmerksamkeit erfordert und er gehört zu den Büchern, die man niemals ausgelesen hat, denn bei jeder neuen Lektüre sind weitere Feinheiten aufzuspüren.


 

Gutsch, J.-M. & M.Leo - Sprechende Männer  
Dass Frauen sich unentwegt miteinander austauschen, telefonieren, sich unterhalten, stundenlange Gespräche führen ist ja völlig normal und auch nichts Besonderes. Aber Männer? Sprechende Männer? Über die Dauer von zwei Monaten sollten sich die beiden per E-Mail unterhalten, kein anderer persönlicher Kontakt ist zulässig und es gilt absolute Ehrlichkeit, das heißt, jede Frage muss beantwortet werden. Kurz gesagt: Männer führen Frauengespräche.
Worüber unterhalten sich Männer mit so verschiedenen Erfahrungen? Natürlich über Beziehungen und Maxim hält Jochen als Single schnell vor: „Deine Freiheit klingt kompliziert, dein Sexleben anstrengend. Ich hatte mir das anders vorgestellt. Irgendwie sorgloser, spontaner, lustvoller.“


 

Seydlitz, Lisa-Maria - Sommertöchter  
So eine Post findet Juno nicht alle Tage im Briefkasten: ein anonymer Briefschreiber teilt der jungen Frau mit, dass sie ein kleines Fischerhaus in der Bretagne geerbt hat. Nach der ersten Überraschung kommt Juno ins Grübeln. Was soll sie damit anfangen: renovieren, vermieten, selbst nutzen?
„Sommertöchter“ ist ein kühler Roman, der die Farben und Gerüche der Bretagne, das Licht und das Rauschen des Meeres aufnimmt, jedoch alles nur sehr gedämpft wiedergibt. Ein Roman in Moll-Tönen.


 

Munro, Alice - Zu viel Glück  
Ihre zehn neuen Geschichten erzählen von Frauen, die meist in der kanadischen Provinz wohnen, ein beschauliches Leben führen und durch einen kleinen Riss in ihrer Biographie aus der Bahn geworfen werden. Grandiose Literatur von einer ganz großartigen Schriftstellerin.
Der allerschönste Satz findet sich in der letzten Geschichte: „Denk immer daran, wenn ein Mann aus dem Zimmer geht, lässt er alles darin hinter sich. Wenn eine Frau hinausgeht, trägt sie alles, was in dem Zimmer geschehen ist, mit sich fort.“


 

Hohlfeld, Kerstin - Glückskekssommer  
Es soll der ultimative Auftritt für ihr Gesellenstück werden: Die berühmte Filmdiva wird das Kleid von Rosa zur angesagten Filmnacht tragen. Doch eine entscheidende Naht gibt im falschen Moment den Geist auf.
„Glückskekssommer“ bietet flache Charaktere, die schlichte Handlung ist sehr vorhersehbar und die Überlegungen Rosas, um ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen, ähneln den Vorstellungen und Plänen einer naiven Sechzehnjährigen.


 

Company, Flavia - Die Insel der letzten Wahrheit  
Nach diesen wenigen dürren Seiten beginnt nun das, womit sich das Buch im Wesentlichen beschäftigt: Zwei Männer, eine einsame Insel, der eine bewaffnet, der andere mit unwahrscheinlich viel Glück gerade mal überlebt, tun sich eben nicht zusammen, sondern ganz im Gegenteil ...
Der kurze Roman von Flavia Company endet in einem überraschenden Epilog. Und kaum, dass man die Wendung so einigermaßen verdaut hat, beginnt der Leser die Fäden aufzunehmen.
Ein Buch über dessen Inhalt man sich sicher gerne mit anderen austauschen wird, mit wechselnden Erkenntnissen und das besonders Angenehme ist die Kürze des Romans, das eindeutige Ende und doch wieder nicht.


 

Rosenfeld, Astrid - Adams Erbe  
Das Jahr: 2004. Ort der Handlung: ein Dachboden in Berlin. Hier findet Edward Cohen, Sohn einer exzentrischen Mutter, die immer nur das Glück sucht und ständig knapp daran vorbei schlittert, im alten Haus seiner Kindheit, nach dem Tod der dominanten Großmutter, ein verschlossenes Päckchen.
Noch bevor das Debüt der jungen Autorin Astrid Rosenfeld, geb. 1977 in Köln, auf dem Markt war, zeichnete sich beim Diogenes Verlag in der Schweiz eine Sensation ab: die Stimmen aus dem Buchhandel zu diesem Roman waren außerordentlich zahlreich und sie waren hellauf begeistert.


 

Serno, Wolf - Die Medica von Bologna  
In seinem Roman „Die Medica von Bologna“ dreht sich alles um eine faszinierende, wissbegierige Frau und schon der erste Satz zündet: „Ich bin eine vergessene Frau. Von den achtundvierzig Jahren, die ich auf dieser verrückten Welt lebe, habe ich die letzten sechzehn Jahre in strenger Abgeschiedenheit verbringen müssen.
Wolf Serno beschreibt sehr anschaulich, wie die Pest im 16. Jahrhundert wütet, erzählt, wie sich die Ärzte damals mit ihrer Kleidung gegen Ansteckung geschützt haben und zeigt dem neugierigen Leser, in originalen Holzschnitten, die sechs Akte der Nasenoperation am Ende des Buches.


 

Grünberg, Arnon - Mitgenommen  
Immer wieder in ihrem Leben passiert es Lina, dass sie mitgenommen wird, ohne dass sie jemals gefragt wird, ob das überhaupt in ihrem Sinn ist. Sie entwickelt sich zu einer Frau, die am Ende sehr genau weiß, was sie will, und der niemand mehr irgendwelche Vorschriften macht. Doch Liebe erfährt sie auch in ihren späteren Jahren von keiner Seite.
Es sind die Vater-Tochter-Geschichten, die den niederländischen Autor Arnon Grünberg faszinieren. In seinem letzten Buch „Tirza“ ging ein Vater los und suchte seine Tochter, die sich nach dem Abitur auf eine längere Afrika-Reise begeben hatte. In diesem Roman „Mitgenommen“ beleuchtet er dieses Thema von einer ganz anderen Seite.


 

Hill, Joe - Teufelszeug  
Als Ig Perrish nach einer wild durchzechten Nacht am nächsten Morgen aufwacht, erinnert er sich kaum noch an Einzelheiten. Zu viel Alkohol, zu laute Musik, einfach zu viel von allem. Beim Blick in den Spiegel traut er seinen Augen kaum: Ihm sind über Nacht zwei Hörner auf der Stirn gewachsen. Das war definitiv eine wilde Nacht.
In erster Linie hat Joe Hill einen super spannenden Thriller geschrieben, den er mit Elementen aus dem Horror-Genre anreichert. Da schlängeln sich gefährliche Schlangen im Unterholz und wecken Urängste, Feuer lodert unvermittelt auf und hinterlässt nichts als verbrannte Erde. Richtigen Drive entwickelt die Geschichte, wenn es um die interessante Grundfrage geht, was geschieht, wenn sich die Umwelt, die Freunde, als längst nicht so nett und zuvorkommend erweisen, wie man gedacht hat.


 

Keyes, Marian - Der hellste Stern am Himmel  
Für den neuen Auftrag gibt es nur die folgende Adresse: Star Street Nummer 66, Dublin 8. Mehr nicht. Dazu den ominösen Hinweis: Mach dich auf alles gefasst. Doch der Besucher, der sich das Haus im georgianischen Stil anschaut, hat nicht damit gerechnet, dass so viele Menschen in dem mehrstöckigen Backsteinhaus wohnen. „Das ist nicht die Sorte Alles, auf die ich mich gefasst gemacht habe. Es ist das falsche Alles.“
Es macht Spaß, dem munteren Treiben der Bewohner des alten Backsteinhauses in Dublin zuzuschauen, denn auch ein Hektiker und Workaholic wie Conall erhält die Chance sich zu entwickeln. Erst ganz am Schluss wird klar, wer mit der Stimme aus dem Off seine besorgten Kommentare zu den Irrungen und Wirrungen in der irischen Hauptstadt abgibt. „Der hellste Stern am Himmel“ ist ein wunderbar charmanter Roman mit sympathischen Protagonisten, der mit einer locker, leichten, sehr unterhaltenden Story ganz nebenbei zum Nachdenken anregt.


 

Follet, Ken - Sturz der Titanen  
„Sturz der Titanen“ umfasst die Zeit vor dem Beginn des ersten Weltkrieges und ungefähr zehn Jahre danach. Im englischen Wales arbeitet der männliche Teil der Familie Williams im Bergbau und der Vater ist als engagierter Gewerkschafter am Streik gegen die unmenschlichen Arbeitsbedingungen beteiligt. Die Tochter Ethel dient als Haushälterin auf dem Landsitz von Earl Fitzherbert. Sehr umsichtig führt sie den Haushalt und Ken Follett bereitet es ein besonderes Vergnügen, die Tischsitten, die Art der Mahlzeiten und die Gespräche bei Tisch eingehend zu beschreiben.
Wer Spaß daran hat, sich in den Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts zu versenken, sich das Leben der Großväter und Urgroßväter noch einmal vor Augen zu führen, und sich auch darauf einlassen möchte, Geschichte „von unten“ zu betrachten und nicht immer nur vom Verhandlungstisch der Machthaber, dem kann dieser großartige historische Roman wärmstens empfohlen werden.


 

Scheunemann, Frauke - Dackelblick  
Zugegeben, es hat schon eine ganze Ecke gedauert, bis sich der kleine freche Rauhaardackel Herkules das Prädikat „Frauenversteher auf vier Pfoten“ anheften konnte, doch es gibt einfach gravierende Unterschiede in der Betrachtung der Welt zwischen Zwei- und Vierbeinern. Und gerade in Liebesdingen haben es die Vierbeiner entschieden einfacher.
Die Hamburger Autorin Frauke Scheunemann, die zusammen mit ihrer Schwester unter dem Pseudonym „Anne Hertz“ bereits mehrere Roman verfasst hat („Goldstück, „Wunderkerzen“ und „Sternschnuppen“) erzählt mit ihrem witzigen Roman „Dackelblick“ die Welt aus der Sicht eines cleveren kleinen Rauhaardackels, der sich auf seinen krummbeinigen Dackelbeinen wacker durch die komplizierten Liebes - Verstrickungen seines Frauchens schlägt


 

Jones, Gail - Sechzig Lichter  
Mit sechzehn besteigt Lucy allein ein Schiff nach Indien, um die Frau von Isaac Newton zu werden, doch während der Schiffsreise verliebt sie sich in einen verheirateten Mann, wird schwanger und kehrt mit ihrer Tochter nach England zurück.
Doch „Sechzig Lichter“ ist viel mehr als nur ein historisch angesiedelter Entwicklungsroman einer jungen Frau, die mit zweiundzwanzig Jahren an Schwindsucht stirbt. Sehr überzeugend schreibt Gail Jones über den frühen Verlust der Eltern, die Trauer, und wie sie das Leben der Kinder über viele Jahre bestimmt.


 

Forman, Gayle - Wenn ich bleibe  
Mia ist siebzehn und wächst in einer kleinen Stadt in Oregon auf. Ihr Cello ist ihre Welt, auch wenn das in ihrer Familie kein Mensch versteht. Ihr Vater hat früher viele Jahre Schlagzeug in einer Punkband gespielt, bevor er Lehrer wurde, und auch ihrer Mutter ist Punkmusik näher, als Mias Liebe zur Klassik.

„Wenn ich bleibe“ erzählt neben einer großen Liebesgeschichte auch eine wunderbare Story über Toleranz und Freiheit. Und verpackt ist das Ganze in einer federleichten Geschichte, die fast schwebend daherkommt.


 

Brooks, Geraldine - Die Hochzeitsgabe  
Diese aufwühlenden Erlebnisse und tiefen Eindrücke, die Brooks in Sarajevo vor Ort erlebte, sind das Gerüst der „Hochzeitsgabe.“ Die Hauptfigur, Dr. Hanna Heath, ist Buchrestauratorin und hat die Aufgabe, die Haggadah wieder herzustellen, das heißt nicht, dass diese neu gebunden wird, sondern dass mit großer Sorgfalt das Papier analysiert wird.
„Die Hochzeitsgabe“ ist ein Buch, bei dem Bücherwürmer voll auf ihre Kosten kommen. Es geht nicht nur darum, dass sich Geraldine Brooks eingehend mit dem Faszinosum „Buch“ beschäftigt, sondern sie zeigt auch sehr überzeugend, dass es völlig unwichtig ist, welcher Religion man angehört, wenn es darum geht, eine jahrhundertealte Handschrift zu retten, um sie vor dem Vandalismus von Barbaren zu bewahren.


 

Torday, Paul - Charlie Summers  
Torday schildert die hysterischen Jahre vor dem Platzen der großen Finanzblase. Sein Protagonist Eck kommt nach einem traumatischen militärischen Einsatz aus Afghanistan zurück und ist froh, als er von seinem Schulfreund Bilbo das verlockende Angebot erhält, in dessen Investmentfonds mitzuarbeiten.
Paul Torday erzählt die Geschichte unserer Gegenwart, als plaudere er entspannt vor dem Kaminfeuer. Sehr elegant, mit englischer Gelassenheit und einem Schuss Ironie zeigt er, dass die Gier nach immer mehr in eine Sackgasse führt und das Scheitern zum Teil der Existenz wird.


 

Magnusson, Kristof - Das war ich nicht  
Sein Geschäft, den Handel mit Optionen, kennt er von der Pike auf und nachdem er so gut wie kein Privatleben hat, ist er rund um die Uhr in der Bank.
Jasper hätte nie gedacht, dass sich aus einer Gefälligkeit eine lawinenartige Maschine in Gang setzt, die nicht zu stoppen ist.

„Das war ich nicht“ ist ein Roman, der so klar und vor allem temporeich die Mechanismen der Finanzkrise einfängt, dass man nach der Lektüre das Buch zuklappt und sicher ist: Ich habe es jetzt verstanden.


 

Greer, Andrew Sean - Die erstaunliche Geschichte des Max Tivoli  
Allein die Ausgangsidee ist ungewöhnlich: Max Tivoli, die Hauptfigur, erzählt sein Leben rückwärts. Als Kind wächst Max im Körper eines alten Mannes heran und je älter er wird, desto jünger wird er äußerlich. Aber eben nur äußerlich.
„Die erstaunliche Geschichte des Max Tivoli“ ist ein Roman, bei dem man ins Schwärmen gerät, mit einer intelligenten Konstruktion und einer wunderschönen Sprache. Sätze wie dieser lassen das Leserherz höher schlagen: „Es verlangt zu viel Fantasie, den Kummer der Menschen zu sehen, die wir für glücklich halten. Ihre wirklichen Kämpfe finden wie die der Sterne in einem Lichtspektrum statt, den das menschliche Auge nicht wahrnehmen kann. Es ist ein Kunststück des Geists, das Herz eines andern zu erraten.“

Eine Empfehlung ohne Einschränkung.


 

Matzig, Gerhard - Meine Frau will einen Garten  
Es gibt Menschen, die fühlen sich inmitten riesiger Häuserschluchten richtig wohl. Sie sind glücklich in nicht perfekten Mietwohnungen, nehmen winzige Balkone gerne in Kauf und stören sich auch überhaupt nicht an zu kleinen Briefkästen in dunklen Hausfluren. Kurz: Sie haben ihr Leben der Innenstadt gewidmet. ABER ...
Pia träumt davon, beim ersten Sonnenschein die Terrassentür zu öffnen, in den Garten zu gehen, draußen zwischen friedlich spielender Kinder mittags gemütlich eine Tasse Kaffee zu trinken und sich nicht um das letzte Sonnenfleckchen auf irgendeiner Wiese mit anderen Ausflüglern schlagen zu müssen, das dann doch gleich hinter dunklen Wolken verschwindet und die Heimfahrt mit schlecht gelaunten, nervigen Kindern wieder angetreten werden muss. So entwickelt sich zwischen den Ehepartnern ein Streit, der Hamlet’sche Dimensionen annimmt: Haus oder nicht Haus, das ist hier die Frage?


 

Kinkel, Tanja - Im Schatten der Königin  
Ihr Roman „Im Schatten der Königin“ widmet sich dem englischen Königshaus Tudor im 16. Jahrhundert. Königin Elizabeth I. hat gerade den Thron bestiegen und ist mit aller Kraft dabei, ihre Macht zu sichern.
Die verworrenen Verhältnisse in der katholischen und protestantischen Kirche sowie der Erbfolge im Hause Tudor zu durchblicken, erleichtert Tanja Kinkel gleich zu Beginn des Romans mit einem kurzen Abriss der historischen Ereignisse. Dass hin und wieder die Dialoge etwas trocken und die Überlegungen von Tom Blount manchmal etwas langatmig geraten sind, darüber tröstet am Ende das stimmige Gesamtbild hinweg.


 

Weiler, Jan - Mein Leben als Mensch  
Nun also begleiten wir seinen Schwiegervater Antonio, wie er zur Fußballweltmeisterschaft, kurz „Wä-Emme“ ein „Geräte mit Flakebilde“ kauft. Ob Plasma oder LCD das sind für Antonio Fragen von untergeordneter Priorität.
Aus den einundsechzig Stern - Kolumnen, ist eine wunderbar witzige Unterhaltungslektüre entstanden, die sich mühelos in einem Rutsch weg lesen lässt. Allerdings Vorsicht: Sollten Sie das Buch in Bus oder Bahn lesen, könnte es sein, dass Sie immer wieder durch lautes Auflachen von ihren Mitfahrern verwunderte Blicke kassieren. Aber wen stört das schon, wenn er gerade liest, wie Antonio sein neues „Sisteme für der Navigazione“ in Betrieb nimmt?


 

Fortes, Susanna - Im Zeichen der Madonna  
Manchmal dauert es ganze fünfhundert Jahre, bis ein Geheimnis gelüftet wird und die Wahrheit ans Licht kommt. Einen solchen Fall aus der Zeit der italienischen Renaissance beschreibt Susana Fortes, geb. 1959, in ihrem Roman „Im Zeichen der Madonna“.
„Im Zeichen der Madonna“ kombiniert neue wissenschaftliche Forschungsergebnisse mit praller historischer Unterhaltung - ein feiner Lesegenuss, der durch den aufschlussreichen Anhang, in dem die verschiedenen historischen Persönlichkeiten kurz beschrieben werden, abgerundet wird.


 

Johnson, Jean - Der Kuss des Wolfes  
Im zweiten Band „Der Kuss des Wolfes“ erwischt es den Zwillingsbruder Sabers: Wolfer. Der kräftige Wolfer, der problemlos seine Gestalt verwandeln kann und am liebsten seinem Namen alle Ehre macht und als Wolf durch die Wälder streift, erhält auf der Insel Besuch von seiner Jugendfreundin Alys.
Jean Johnson kombiniert in ihrer auf acht Bände geplanten Reihe um das Schicksal der ungleichen Brüder das Element Fantasy mit einer gehörigen Portion Humor und witzigen Dialogen. Da scheucht die sehr selbstbewusste und emanzipierte Kelly als neue Königin die Brüder als ihren Hofstaat herum und ihre scharfe Zunge ist immer schneller als ihr Kopf. Und nicht vergessen: Die Erotik kommt nicht zu kurz, denn die Autorin spart auch nicht an deftigen Liebesszenen.


 

Gates jr, Henry Louis - Farbige Zeiten  
In seinem Buch „Farbige Zeiten“, das im Jahre 1997 auf Deutsch erschien und jetzt bei Diogenes neu aufgelegt wurde, erzählt Gates über seine Kindheit und Jugend im Städtchen Piedmont in West Virginia. Er bewahrt seine Erinnerungen an die 50er Jahre für seine Kinder auf, die sich nicht vorstellen können, wie es war, als in den Gaststätten der Zutritt für „Neger“ verboten war und sie auch nicht einfach an den Strand gehen konnten.
Henry Louis Gates hat die 50er Jahre noch einmal zum Leben erweckt und neben einem Porträt dieser Zeit auch die bemerkenswerte Biografie eines Jungen geschrieben, der als erster Farbiger in Cambridge in Literatur promovierte und heute in Harvard als Professor unterrichtet. Er ist ein wunderbarer Stilist und unterhält seine Leser mit seinen pointierten Beobachtungen vortrefflich.


 

Wood, Barbara - Das Perlenmädchen  
Tonina gehört zu den besten Perlentaucherinnen ihres Stammes und lebt auf einer tropischen Insel westlich von Kuba.
Nach schweren Stürmen verschlägt es Tonina auf die Halbinsel Yucatan. Sie ist geschickt und bestreitet schon bald ihren eigenen Lebensunterhalt ...

Wer sich für die Geschichte Mexikos interessiert, dem kann dieses Buch empfohlen werden.


 

Roberts, Gregory David - Shantaram  
"In dieser Stadt, die ich lieben lernte, riet mir mein Instinkt vielmehr, genau hinzusehen, mich einzulassen und zu genießen." Gleich lernt er die zwei wichtigsten Menschen der nächsten Jahre kennen: Die geheimnisvolle Schweizerin Karla, und den schlitzohrigen Fremdenführer Prabaker.
Dieser Roman gehört zu den Büchern, die einen in ihren Bann ziehen, die den Leser bis zum Schluss gnadenlos am Wickel haben, ihm keine Ruhe lassen, und die verlangen, dass man selbst Position bezieht.


 

Ziegler, Claudia - Die geheime Tochter  
Sehr geschickt mischt Claudia Ziegler reale Personen der Geschichte, beispielsweise die Marquise de Maintenont oder auch die Duchesse de Berry, mit der spannenden Familiengeschichte ihrer fiktiven Figuren.
Und wem der Geschichtsunterricht in der Schule zu dröge ist, der hat hier den Beweis, dass die Vergangenheit nicht langweilig sein muss, wenn man sie nur spannend genug erzählt.


 

Allende, Isabel - Ines meines Herzens  
Im Jahre 1580 ist Inés Suarez siebzig Jahre alt und fühlt, dass der Tod nicht mehr fern ist. Es ist Zeit für sie Rückschau zu halten und so schreibt sie ihr abenteuerliches Leben für Isabel, die Tochter ihres zweiten Ehemannes, auf.
Isabel Allende, die bereits mit ihrem großartigen Roman „Das Geisterhaus“ die Geschichte Chiles mit ihrer eigenen Familiengeschichte verknüpfte, taucht in ihrem neuen Roman in das Jahrhundert der Konquistadoren ein und verleiht den historischen Figuren ihre Stimme.


 

Garner, Helen - Das Zimmer  
Wer würde nicht helfen, wenn eine langjährige Freundin darum bittet, für drei Wochen zu Besuch kommen zu dürfen, da sie sich in Melbourne einer alternativen Krebstherapie unterziehen möchte.
„Der Tod hatte sich bei mir einquartiert. Seine Gesetze stießen jedes neue Leben mit einer schrecklichen Gewalt beiseite.“ Ein Buch, das nicht mit Wahrheit spart


 

Davidson, Andrew - Gargoyle  
Der Einstieg in die Geschichte beginnt temporeich. Ein Mann, Mitte dreißig, der seinen Lebensunterhalt als erfolgreicher Pornodarsteller verdient, rast nachts mit seinem Auto eine Landstraße entlang. Es geschieht das Unvermeidliche: der Wagen schleudert, fängt Feuer und der Fahrer überlebt nur mit alllerschwersten Verbrennungen.
Es ist zu wenig, wenn man Andrew Davidson zu einem großartigen Liebesroman gratuliert. „Gargoyle“ ist mehr. Und es ist auch nicht nur ein sorgfältig recherchierter historischer Roman, der das Kloster Engelthal, das im 14. Jahrhundert eine Hochburg des deutschen Mystizismus war, in den Mittelpunkt rückt.


 

Glattauer, Daniel - Alle sieben Wellen  
Glattaueres Roman zählt wirklich zum Schönsten, was es in Sachen Liebe derzeit zu lesen gibt. Die beiden Protagonisten Emmi und Leo lernen sich durch eine fehlgeleitete E-Mail kennen, sind zunächst verärgert darüber, kommen trotzdem ins Gespräch und verlieben sich – auf Distanz. Die Sache hat einen Haken. Emmi ist verheiratet ...
Der Österreicher Daniel Glattauer, der mit „Gut gegen Nordwind“ die Bestseller-Listen eroberte, wurde von seinen Fans geradezu bestürmt, meist natürlich per E-Mail, wie sonst, Emmi und Leo eine neue Chance zu geben und er geht das Wagnis ein.


 

... um ältere Titelübersichten im Saisonüberblick (vor 2009) zu sehen,
benutzen Sie die Grafikleiste links
(siehe: weitere Buchtipps)